Angela Merkel steht mit krampfhaft verschränkten Armen auf einer Bühne.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Kay Nietfeld / dpa)

Politiker stellen oft das Amt über die Gesundheit Kanzlerin Merkel erleidet erneuten Zitteranfall

Bundeskanzlerin Merkel hat innerhalb kurzer Zeit erneut einen Zitteranfall erlitten. Angeblich ist alles in Ordnung, aber wir wissen auch: Politik und Gesundheit vertragen sich oft nicht.

Bei der Ernennung der neuen Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) am Sitz des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier hat Angela Merkel (CDU) erneut einen Zitteranfall bekommen.

"Erschütternde Bilder"

SWR-Hauptstadt-Korrespondentin Evi Seibert schildert die Situation so: "Sie hat die Arme vor dem Körper verschränkt, so als ob sie sich quasi an sich selbst festhalten wolle und hat am ganzen Körper vor allen Dingen auch mit den Beinen furchtbar gezittert. Es waren echt erschütternde Bilder."

Merkel selbst sagte später auf Nachfrage eines Journalisten, sie sei wieder wohlauf:

Das Amt über die eigene Gesundheit

Was die Kanzlerin genau hat, ist unklar, aber dass Politiker manchmal ihr Amt über die eigene Gesundheit stellen ist eine unschöne Tradition.

Rücken: John F. Kennedy

US-Präsident John F. Kennedy hat sich öffentlich immer energiegeladen und jugendlich präsentiert. Er litt aber dabei unter fürchterlichen Rückenschmerzen. Die waren die Folge von Sportunfällen und Kriegsverletzungen. Das durfte aber keiner wissen - auch nicht von seiner Nierenkrankheit, die zu einer Osteoporose führte.

John F. Kennedy stützt sich auf zwei Krücken, die ihm bis unter die Achseln reichen.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Everett Collection)
US-Präsident John F. Kennedy auf Krücken picture alliance / Everett Collection

Herz: Helmut Schmidt und Horst Seehofer

Das Rauchen konnte dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) scheinbar nichts anhaben. Im Jahr 1980 hatte er aber eine lebensbedrohliche Herzmuskelentzündung. Die hat ihn allerdings nicht davon abgehalten, vom Krankenbett aus weiter zu regieren. Die gleiche Krankheit hat Jahrzehnte später den damaligen CSU-Chef Horst Seehofer fast umgebracht. Auch er hat nach minimaler Pause im selben Tempo weiter Politik gemacht.

Prostata: Helmut Kohl

Helmut Kohl, langgedienter Bundeskanzler und CDU-Chef, hat 1989 trotz erheblicher Prostata-Schmerzen stundenlang auf dem Podium des CDU-Parteitags in Bremen ausgehalten. Mit schmerzverzerrtem Gesicht und Schweißperlen auf der Stirn hat er so verhindert, dass der linke Flügel seiner Partei ihn stürzt und durch den damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Lothar Späth ersetzt.

Helmut Kohl sitzt alleine auf dem Podium der Parteitagshalle und blickt erschöpft in Richtung des Betrachters.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa-Bildarchiv)
Bundeskanzler Helmut Kohl auf dem Bundesparteitag der CDU 1989 in Bremen. dpa-Bildarchiv

Lange Liste prominenter Kranker

Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach macht trotz unheilbarer Krebserkrankung mit viel Energie weiter Politik. Sein einziger Kompromiss besteht darin, nicht mehr im Bundestag zu sitzen.

Mit dem Herzen habe der Grüne Jürgen Trittin und Gregor Gysi von der Partei Die Linke zu kämpfen. Trittin hatte einen, Gysi sogar zwei Herzinfarkte – beide treten seitdem etwas kürzer.

Nur wenige haben so konsequent gehandelt wie ehemalige SPD-Chef Matthias Platzeck. Nach zwei Hörstürzen, einem Nerven- und einen Kreislaufkollaps ist er im August 2013 zurückgetreten - auch als brandenburgischer Ministerpräsident.

REDAKTION
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