Vor einem Kohlekraftwerk halten Aktivisten den Schriftzug "CO2" mit brennenden Lettern nach oben.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Boris Roessler / dpa)

Kampf gegen den Klimawandel CO2-Handel vs. CO2-Steuer – was ist der Unterschied?

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat sein Sondergutachten zu einem CO2-Preis vorgestellt. Zwei Modelle konkurrieren. Welches ist besser?

Bei den konkurrierenden Modellen von CO2-Steuer und dem Handel mit Zertifikaten gibt sich Klaus Schmidt, der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats am Bundeswirtschaftsministerium, offen. Beide Modelle wirkten ähnlich: "Emissionshandel bedeutet ja letztlich auch eine CO2-Bepreisung. Es bedeutet, dass jeder, der CO2 ausstößt, ein Verschmutzungszertifikat kaufen muss, das letztlich genau so wirkt, wie die Steuer."

Vorteil Emmissionshandel: Menge CO2 ist steuerbar

Die Politik müsse nun entscheiden, ob sie eher auf den CO2-Preis oder auf die ausgestoßene CO2-Menge Einfluss nehmen wolle: "Der Unterschied zwischen den beiden Instrumenten ist, dass beim Emissionshandel die Menge vorgegeben wird. Hier können wir also genau steuern, wie viel CO2 in die Atmosphäre gelangt, indem wir einfach die Menge an Verschmutzungszertifikaten beschränken."

Vorteil Steuer: Preis für CO2 nicht verhandelbar

Der Nachteil des Handels liege darin, dass der Preis für CO2 von den Marktteilnehmern ausgehandelt werde. Die Politik habe dann keinen Einfluss auf das eigentlich Preisschild: "Bei der CO2-Steuer hätten wir dagegen eine Preissteuerung. Da setzen wir eine Steuer ein, die letztlich dieselbe Wirkung hat, nämlich dazu führt, dass die Menschen überlegen, wie können wir in Klimaschutz investieren, um CO2-Ausstoß zu vermeiden. Hier haben wir das Problem, dass wir nicht wissen, wie viel CO2 durch eine bestimmte Steuer vermieden wird, aber dafür haben wir mehr Sicherheit, wie hoch der Preis ist, also wie hoch die Steuer ist, die gezahlt werden muss."

Derzeit legen viele Wissenschaftler und auch Umweltschutz-Organisationen konkurrierende Studien zur Ermittlung eines Preises für CO2-Ausstoß vor.

Warum es so viele unterschiedliche Studien dazu gibt, erklärt Schmidt im kompletten Gespräch zum Nachhören:

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