Der neue Expressbus der Linie X1 (Foto: Pressestelle, SBB)

Diskussion um Stuttgarter Schnellbus SSB bittet bei X1 um Geduld

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Der X1 sollte 5.000 Stuttgarter täglich zwischen Bad Cannstatt und Zentrum befördern. Bisher sind es aber nur 2.500. Ein Fehlschlag? Noch nicht, sagt Nils Himmelmann von den SSB - und verteidigt das Konzept.

Mit modernen Elektro- oder Hybridbussen im Fünfminutentakt wollte die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) schnell mehr Kapazität auf einer zentralen Verkehrsachse schaffen, um für bessere Luft Autos von der Straße zu kriegen. Nur: Die Kundschaft in Stuttgart nimmt sie nicht an. Im Gespräch mit dem SWR verteidigt Nils Himmelmann, Bereichsleiter Betrieb bei den SSB, aber das Konzept.

Forderungen aus der Stadtpolitik, die Linie X1 wieder zu beschneiden, lehnt Himmelmann ab. Die Taktung stehe nicht zur Disposition: "Der Fünfminutentakt bei der X1 wurde bewusst gewählt, um eine Attraktivität zu schaffen im Vergleich zur Stadtbahn. Mit U1 und U2 haben wir einen Fünfminutentakt, und wenn der Bus erfolgreich sein soll, darf er keinen schlechteren Takt haben."

Schnelle Busse, leichtere Umstiege und mehr Werbung

Die SSB wollen die Linie X1 weiter bekannt machen, erklärt Himmelmann. Werbung soll das Problem also lösen, aber nicht allein: "Wir haben heute eine weitere Maßnahme am Wilhelmsplatz im Bereich vor der König-Karl-Passage. Dort haben wir eine neue Haltestelle eröffnet, um einfach die Umsteigewege von U13 und U16 zu verkürzen." Busspuren, -schleusen und -bevorrechtigungen sorgten dafür, dass Busse der Linie X1 auch zu Stoßzeiten nicht übermäßig im Stau stünden. "Ja, er hat nicht so freie Fahrt wie die Bahn, aber mit den Pünktlichkeitswerten sind wir sehr zufrieden."

"Wir werden einfach Geduld haben"

"Die Linie X1 ist als Probebetrieb über zwei Jahre angelegt und diese Zeit sollten wir dieser Linie schon gemeinsam geben", sagt Himmelmann. "Wir werden einfach Geduld haben." Diese Zeit brauche es auch, bis ein neues ÖPNV-Angebot funktioniere. Mindestens: "Bis sich alle dran gewöhnt haben, die Linie erkannt haben und bis wir – so nennen wir das – den 'eingeschwungenen' Zustand erreicht haben bei neuen Linien, vergehen durchaus zwei bis drei Jahre, sodass wir durchaus zufrieden sind und optimistisch in die Zukunft blicken."

Hoffnung auf steigende Fahrgastzahlen

Hauptgrund für den Optimismus der SSB ist ein Trend der letzten Jahre: "Wir haben seit Jahren steigende Fahrgastzahlen. Wir haben volle Stadtbahnen, gerade zwischen Cannstatt und Innenstadt auf der U1 und der U2, dazu die Tarifzonenreform mit der Vereinfachung des Tarifs. Lauter Punkte, wo wir weiter steigende Fahrgastzahlen erwarten", erklärt Himmelmann. Statistiken geben ihm recht. So wachsen Bevölkerung in Verkehrsaufkommen in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg seit Jahren. "Wenn wir weiter Personen auf den ÖPNV verlagern möchten, müssen wir zusätzlich Kapazität schaffen. Das haben wir mit der Linie X1 getan", so Himmelmann.

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