Ein Arzt nimmt einer Patientin Blut ab.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Bernd Thissen / dpa)

Bluttest auf Trisomie vor der Geburt Hebammenverband pocht auf gute Beratung

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Der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen hat entschieden: Pränatale Bluttests können auch als Kassen-Leistung angeboten werden. Doch: Die Leistung ist umstritten. Hebammen warnen.

Krankenkassen sollen künftig Gen-Test bei Schwangeren auf eine mögliche Trisomie des ungeborenen Kindes bezahlen - in begründeten Einzelfällen und nach ärztlicher Beratung. Hebammen lehnen diesen Bluttest nicht grundsätzlich ab, doch es gibt Zweifel.

Andra Ramsell aus dem Präsidium des Hebammenverbands weist aber darauf hin, dass es die richtige Beratung braucht: "Ich würde als Hebamme einer Frau grundsätzlich gar nichts empfehlen, sondern ich würde dafür sorgen, dass sie vollumfänglich informiert ist: Was der Test bedeutet, was überhaupt Pränatal-Diagnostik in der Schwangerschaft ist - damit geht es ja schon los. Was ist überhaupt Pränatal-Diagnostik? Gehört das zur Schwangeren-Vorsorge oder ist das extra?"

Test nicht für alle und trotzdem umstritten

Derzeit sei in der Diskussion, diesen Test einer bestimmten Gruppe von Frauen zu Verfügung zu stellen, erklärte Ramsell im SWR: "Unsere große Sorge ist, dass das Prinzip, guter Hoffnung zu sein, dass Schwangerschaft als etwas normales betrachtet wird, damit noch weniger stattfindet." Damit gehe einer Schwangerschaft ein weiteres Stück Normalität verloren: "Man vergrößert also immer weiter das Risiko-Kollektiv von Frauen und geht immer weiter davon weg, dass Schwangerschaft als normales Ereignis im Leben einer Frau betrachtet wird."

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