Ein Kontrolleur des Ordnungsamts steht mit dem Rücken zum Betrachter und schreibt ein falsch geparktes Auto auf.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / IMAGEbroker)

Aktion "Knolle statt Knöllchen" Online-Petition: 100 Euro Strafe für Falschparker

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Verkehrsverbände haben die Online-Petition "Knolle statt Knöllchen" gestartet. Falschparker sollen mindestens 100 Euro Strafe und einen Punkt bekommen. Das sei nur angemessen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) soll nach dem Willen der Initiatoren das Bußgeld fürs Falschparken drastisch anheben. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) unterstützt die Aktion "Knolle statt Knöllchen". Im SWR sagte die Bundesvorsitzende Kerstin Haarmann: "Falschparker gefährden und behindern andere Verkehrsteilnehmer: Radfahrer, Fußgänger, insbesondere Kinder."

VCD findet 100 Euro angemessen: weniger Falschparker, mehr Sicherheit

"Die Städte werden lebenswerter, weil nicht mehr so viele geparkte Autos herumstehen", so hofft Haarmann. Auch seien 100 Euro nicht überzogen. Im europäischen Vergleich läge Deutschland damit im Mittelfeld, sollte die Petition Erfolg haben.

Abkehr von der "autogerechten Stadt" zugunsten von E-Scootern & Co.

"Fußgänger, Radfahrer und demnächst auch E-Scooter-Fahrer brauchen wesentlich mehr Platz", ist Kerstin Haarmann überzeugt. "Deswegen brauchen wir auch Respekt vor diesen Verkehrsflächen der anderen." Autofahrern sollten Alternativen geboten werden: Große Pendler-Parkplätze oder mehr Bus-Spuren etwa, aber "da müssen auch mal für den Autoverkehr pro Richtung ein, zwei Spuren abgeknapst werden".

"Notlagen" nur Ausreden

Dass die meisten Verkehrsteilnehmer nur aus Platznot ihr Auto falsch abstellten, ließ die VCD-Vorsitzende nicht gelten: "Diese Notlage ist oft nicht vorhanden und selbst wenn sie da ist, muss man da parken, wo es erlaubt ist. Das ist geltendes Recht und das muss auch durchgesetzt werden."

Aus zwei Minuten werden zehn

Brötchen holen oder "schnell was abgeben" – das dauere in der Theorie oft nur zwei Minuten, aber aus dieses zwei Minuten werden in der Praxis meist zehn, meinte Haarmann im SWR: "In der Zwischenzeit gefährde ich andere Leute – zum Beispiel Eltern mit Kinderwagen, die dann ums Auto herumschlängeln – und nachweislich passieren so sehr viele Unfälle."

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