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Der Vorsitzende des Forschungs-Instituts Europäische Stabilitäts-Initiative Gerald Knaus, sieht das EU-Flüchtlingsabkommen mit der Türkei als großen Erfolg. Knaus, der als Architekt dieses Abkommens gilt, wies bei SWR Aktuell auf die seit 2016 massiv gesunkenen Zahlen an Flüchtlingen hin, die die EU erreichten. "Für Europa ist eine Situation eingetreten, in der praktisch niemand mehr oder nur noch sehr wenige Menschen irregulär kommen." Die Türkei sei immer noch das Land weltweit, das am meisten Flüchtlinge aufnehme. "Und die Frage ist nun," so Knaus im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Alina Braun, "ob Deutschland bereit ist, der Türkei weiter in dieser Situation zu helfen." Das 2016 zugesagte Geld sei aufgebraucht und die Frage sei nun, ob sich die EU weiter engagieren will. "Geld für die Syrer in der Türkei, das hat hervorragende Effekte gehabt." Durch Corona habe sich deren Lage verschlechtert. Und da wäre es sinnvoll für die EU, sich weiter zu engagieren. Ebenso wichtig sei es, Griechenland zu helfen, und zwar nach EU-Standards, und die Flüchtlinge von Griechenland zu übernehmen, die man nicht in die Türkei zurückschicken könne. Knaus kritisierte in diesem Zusammenhang, dass einzelne Länder in der EU versuchten, unmenschliche Bedingungen herzustellen, die Menschen abhalten sollten, nach Europa zu kommen. "Das ist für Europa ein moralisches Versagen", so Knaus.

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