Der Schriftzug "Volkshochschule" hängt an einer weißen Gebäudewand in Tübingen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Sebastian Gollnow / dpa)

100 Jahre Volkshochschulen in BW Eisenmann: VHS-Kurse bleiben Umsatzsteuer-befreit

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Stuttgart feiert 100 Jahre Volkshochschulen im Land. Zum Jubiläum verspricht Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU): "Wir setzen uns ein." Ein Praxis-Beispiel hat sie auch.

Konkret nannte Eisenmann die Pläne, nur noch direkt beruflich verwendbare Bildungsangebote von der Umsatzsteuer zu befreien. Diese Reform der Besteuerung hätte zahlreiche VHS-Kurse teurer gemacht, sei jetzt aber vom Tisch.

Alle VHS-Kurse bleiben Umsatzsteuer-befreit

"Auf Initiative des Landes Baden-Württemberg ist dieser Passus im Bundesrat rausgestrichen worden", sagte Eisenmann im SWR. Diese Entscheidung sei bereits am 20. September gefallen. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sah vor, dass nur noch direkt beruflich verwendbare Weiterbildung von der Umsatzsteuerpflicht befreit bleibt.

Auch Musikschulen wären betroffen gewesen

Auf viele Bildungsangebote wäre damit künftig Mehrwertsteuer fällig geworden. Der Gesetzentwurf hätte neben Volkshochschulen auch Musikschulen betroffen: "Auch da wäre es in eine völlig falsche Richtung gegangen", sagte Eisenmann. "Deshalb sind wir da fest an der Seite unserer VHS."

VHS kämpfen auch mit Konkurrenz aus dem Internet

Video-Anleitungen und ganze Kurse auf Youtube machen den klassischen Angeboten der Volkshochschulen seit Jahren Konkurrenz. Den Verbandsdirektor des Volkshochschulverbands Baden-Württemberg, Hermann Huba, macht das aber nicht nervös: "Die ganz große Mehrheit in der Bevölkerung lernt nicht gerne alleine und nicht gerne elektronisch", sagte Huba ebenfalls im SWR.

Er verweist auf die über zwei Millionen Teilnehmer, die Volkshochschulkurse brauchten, "um auch am Ball zu bleiben und ein positives Grundgefühl zu haben beim Lernen – und nur dann funktioniert ja lernen ganz gut, wie man weiß", so Huba. "Wir sagen, sie wollen sozial lernen."

Nachfrage nach speziellen Kursen schwankt stark

Es gebe eine konstante Nachfrage nach Integrationskursen, sagte Huba. Gleichzeitig sei die Nachfrage etwa nach Arabisch-Kursen für die Helfer neu ankommender Asylbewerber deutlich zurückgegangen: "Das ist genau unser Geschäft. Wir müssen möglichst frühzeitig erahnen, was kommen kann, dann vorbereitet sein und dann aber auch rechtzeitig wieder sehen, dass Nachfrage erlischt und woanders entsteht." Damit beschäftigten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Volkshochschulen jeden Tag: "Das ist die Kunst des planenden Personals an den Volkshochschulen, sowas zu erspüren und auch wieder rechtzeitig auszusteigen."

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