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Eine Steigerung um fast 130 Prozent in zehn Jahren: Das ist das Ergebnis des BKK-Reports zu psychisch bedingten Fehlzeiten am Arbeitsplatz. Hauptgrund für den Anstieg: Die Symptome werden schneller erkannt und behandelt.

Jeder Arbeitnehmer, der bei der BKK versichert ist, fehlte 2018 im Durchschnitt 18,5 Tage im Jahr. Als Hauptursachen nennt der Report Muskel-Skelett-Erkrankungen (25 Prozent), Atemwegserkrankungen (17 Prozent) und psychischen Erkrankungen, die fast 15 Prozent ausmachen und deutlich ansteigen.

Die meisten Fehltage hat Sachsen-Anhalt mit 24,4 Krankheitstagen - am wenigsten fehlten die Baden-Württemberger mit 15,5 Tagen.

Den Anstieg von Fehltagen wegen psychischer Erkrankungen beziffert die Krankenkasse auf knapp 130 Prozent in dem Zeitraum von 2008 bis 2018. Vor allem Altenpfleger waren betroffen. Sie fehlten doppelt so oft wie Mitarbeiter in anderen Berufsgruppen. Laut einer Robert-Koch-Studie erkrankt fast jeder dritte Bundesbürger mindestens einmal im Leben an einer psychischen Störung.

Darüber reden und vertraulich behandeln

Wie geht man selbst und das Umfeld mit einer psychischen Erkrankung um? Eine frühzeitige Erkennung der Symptome verbessere die Heilungschancen, sagt Luisa Weyrich von "Shitshow", einer Beratungsagentur für psychische Gesundheit, im SWR.

Grundsätzlich sei es ratsam, frühzeitig - auch am Arbeitsplatz - zum Beispiel mit Vorgesetzten zu sprechen. Denen rät Weyrich, "die Situation ernst zu nehmen, wenn sich die- oder derjenige geöffnet hat". Allerdings würden Menschen mit psychischen Erkrankungen häufig stigmatisiert. Umso nötiger sei es, Informationen dazu vertraulich zu behandeln.

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