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Silvester ohne Feuerwerk und Böller? Von Umweltverbänden und Hilfsorganisationen seit Jahren gefordert - während der Corona-Pandemie könnte es tatsächlich so kommen. Was ein Verbot in der Krise bringen würde, darüber wird noch diskutiert.

Große Silvesterpartys wird es in diesem Jahr voraussichtlich nicht geben. Mit wie vielen Menschen und Haushalten überhaupt gefeiert werden darf, ist derzeit noch nicht absehbar. Um größere - auch spontane - Ansammlungen auch im Freien zu vermeiden, sprechen sich einige Politiker und die Polizeigewerkschaft für ein Feuerwerksverbot an Silvester aus.

Ohne Böllern an Silvester könnten auch die Krankenhäuser und Notaufnahmen entlastet werden, ist ein häufiges Argument der Verbots-Befürworter. Dann müssten die jetzt schon überforderten Ärztinnen und Pfleger nicht auch noch Verbrennungen und weggesprengte Finger behandeln.

"Wir verbieten ja auch nicht Autofahren und Wintersport"

Der Feuerwerkskörper sei dabei nicht das Problem, meint SWR-Berlin-Korrespondent Uwe Lueb. Die Kombination mit Alkohol und fehlende Aufsicht von Kindern und Jugendlichen führe in der Silvesternacht meist zu Unfällen.

Kann der Bund überhaupt ein Böller-Verbot entscheiden?

Bereits in den vergangenen Jahren gab es in vielen Städten lokale Feuerwerksverbote - sei es wegen zu vieler Menschen auf der Domplatte in Köln oder zum Schutz der Altstadt wie in Regensburg. Die Zuständigkeit dafür liegt bisher bei den Kommunen.

Von Umweltverbänden und Hilfsorganisationen wird seit Jahren ein Verbot oder zumindest eine Einschränkung der Böllerei gefordert. Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert vor allem die Umweltbelastung durch die Feuerwerkskörper. Jedes Jahr würden fast 3.000 Tonnen Feinstaub freigesetzt - soviel wie Deutschlands Autoverkehr in zwei Monaten erzeugt. Hilfsorganisationen appellieren unter dem Motto "Brot statt Böller" an die Bevölkerung lieber Geld für Bedürftige zu spenden, statt zu verballern.

Auf welcher gesetzlichen Grundlage ein bundesweites Verbot verankert werden könnte, und ob dafür Gesetze geändert werden müssten, erklärt Berlin-Korrespondent Lothar Lenz:

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