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Porsche Mission E Neues Modell bringt neue Arbeitsplätze

600 PS - in 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h - wie es sich für einen Sportwagen gehört. Aber dieser ist anders: Der erste vollelektrische Porsche soll in drei bis vier Jahren vom Band laufen.

Mission E heißt das neue Elektroauto von Porsche

Hohe Messlatte für Mission E: Leistungsdaten wie ein Sportwagen, starke Batterie, schnelles Laden

Eva Laun, SWR Wirtschaft und Soziales, berichtet

Mitten in der Diesel-Affäre von VW schreibt die Tochter-Gesellschaft Porsche positive Schlagzeilen: Es geht um den Beschluss, das erste vollelektrische Auto zu bauen. Für die nötigen Investitionen hat der Aufsichtsrat gerade grünes Licht gegeben. In drei bis vier Jahren soll er in Zuffenhausen vom Band laufen.

Der neue Porsche Mission E (Elektroauto) bei der IAA in FrankfurtDer neue Porsche Mission E (Elektroauto) bei der IAA in Frankfurt

Perfekte Präsentation bei der IAA in Frankfurt

Im September auf der IAA in Frankfurt hatte Porsche das Elektroauto "Mission E" bereits zum ersten Mal vorgestellt. Ein Konzeptauto, das nach dem damaligen Porsche-Chef Matthias Müller perfekt zur Marke passt. "Ein sehr anspruchsvolles, sinnliches Design, sehr anspruchsvolles Package, viersitziger Sportwagen und dann natürlich auch Leistungswerte, die auch wirklich porsche-typisch sind."

1.000 neue Arbeitsplätze in Stuttgart-Zuffenhausen und Weissach

Porsche - Rekordzahlen beim Absatz

Porsche Produktion für den 911er

700 Millionen Euro will Porsche für den Elektro-Wagen an seinem Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen investieren. Es soll eine Lackiererei und eine Montagehalle gebaut werden, und das bestehende Motorenwerk wird für die Herstellung von Elektromotoren erweitert. Mehr als 1.000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Ein weiterer Beschluss des Aufsichtsrats: Der bisherige VW-Manager Albrecht Reimold wird neuer Porsche-Vorstand für Produktion und Logistik. Der Posten wurde frei, als Oliver Blume den Chefsessel bei Porsche übernommen hat.

Dazu kommen weitere Investitionen in den Entwicklungsstandort Weissach. Die Mitarbeiter sind begeistert. "Das heißt für uns viel Arbeit. Wir werden in den nächsten Jahren sehr viel wachsen." - "Wenn die Technik stimmt und wenn es trotzdem noch zieht, wenn es so funktioniert, dann ist es doch eine super Idee. Umweltfreundlich - die richtige Richtung."

Experten: Im E-Auto liegt die Zukunft

Die richtige Richtung, findet auch Willi Dietz vom Institut für Automobilwirtschaft in Geislingen. "Das ist die Zukunft. Wir sehen ja auch gerade die aktuelle Diskussion um das Thema Klimawandel. Da werden die Hersteller weiter unter Druck kommen, umweltverträglichere Fahrzeuge als heute anzubieten und deshalb ist es absolut richtig, diesen Weg einzuschlagen."

500 Kilometer weit soll das Auto mit einer Batterieladung kommen. Schon nach 15 Minuten soll die Batterie – dank einer neuen Schnell-Ladeeinrichtung – zu 80 Prozent voll sein. Ambitioniert, aber nicht unrealistisch, findet Dietz diese Werte.

"Elektroautos sind nicht unsportlich, sondern man kann - wie auch andere Hersteller zeigen, wie zum Beispiel Tesla, der amerikanische Elektroautohersteller - Elektroautos auch sehr sportlich auslegen. Vor allem, wenn man die Fahrzeuge leicht macht und damit dann auch die Reichweite erhöhen kann."

Premium-Porsche mit Premium-Preis

Der Preis für den neuen E-Sportwagen ist noch unklar. Schätzungen von Branchenkennern zufolge könnte er bei gut 100.000 Euro liegen. Matthias Müller hielt sich bei der Preisfrage bisher bedeckt: "Das ist ein Porsche. Und damit ist es ein Premium-Auto und damit hat es auch einen entsprechenden Preis."

Ein Massen-Auto wird das E-Fahrzeug also sicher nicht. Aber ein Aushängeschild für den Sportwagenbauer.

Online: Heidi Keller, Sonja Linder