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Polleninfodienst warnt Immer mehr Menschen leiden unter Asthma

"Die Frühblüher blühen früher als früher", klingt vielleicht witzig, für Allergiker ist es das aber gar nicht: denn für sie bedeutet es, dass sie immer früher unter den Pollen leiden müssen.

Haselpollen hängen am 11.01.2014 in Berlin im Bezirk Steglitz-Zehlendorf in einem Park.

Wer gegen Frühblüher wie Haselnuss oder Erle allergisch ist, muss selbst im Winter mit Heuschnupfen-Attacken rechnen

Besonders die Pollen von Haselnuss, Erle und Birke fliegen im Durchschnitt früher und in größeren Mengen als noch vor Jahren. Das zeigen Daten der Pollenstiftung. So sind die Haselnusspollen schon ab Mitte Dezember geflogen. Zur Zeit sind die Erlenpollen unterwegs. Als nächstes kommt nun die Birke.

Heute leidet in Deutschland etwa jeder achte Mann und jede sechste Frau unter Heuschnupfen, und die Zahl der Asthmatiker, die besonders heftig auf diese Pollen reagieren, steigt.

Trübes Wetter herrscht am 11.03.2013 bei Herlikofen (Baden-Württemberg) an einem Aussichtspunkt.

Birken zählen zu den Bäumen, deren Pollen am häufigsten Allergien auslösen.

Birkenpollen schon bald unterwegs

In Süddeutschland beginnt der Pollenflug meist eher als im Norden. Die ersten Birkenpollen könnten bei uns schon in den nächsten Tagen fliegen, so die Pollenstiftung. Gräserpollen werden im Süden laut Prognose ab Mitte April unterwegs sein, Beifußpollen ab Mitte Juli, kurz darauf dürfte dann die Ambrosia folgen.

Eine Beifuß-Ambrosiapflanze (Ambrosia artemisifolia) an einem Waldweg in Dammendorf bei Müllrose (Landkreis Oder-Spree)

Die Pollen der Beifuß-Ambrosiapflanze gelten als besonders stark allergieauslösend

Ambrosia-Pflanzen wirken aggressiv

Ambrosia-Pflanzen sind auch in Baden-Württemberg verbreitet. Das zeigen Auswertungen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz. Die Pflanzen stammen ursprünglich aus Nordamerika, in den letzten 10 - 15 Jahren haben sie sich auch bei uns breit gemacht. Am meisten Ambrosien wachsen demnach am Oberrhein zwischen Freiburg und Kehl, zwischen Rastatt und Mannheim und im Stuttgarter Raum.

Vogelbeeren haben am 16.01.2013 im Stadtpark von Moers (Nordrhein-Westfalen) ein Schneehäubchen bekommen. Die Früchte der Eberesche sind für die Vögeln eine willkommende Winternahrung.

Schön sehen sie ja aus, die Vogelbeeren der Eberesche. Aber auch auf Eschenpollen reagieren Menschen allergisch.

Auch am Bodensee, rund um Tübingen und Reutlingen und in Hohenlohe kommen Ambrosia-Pflanzen nun vermehrt vor. Immerhin: seit 2006 kümmern sich die Behörden dort gezielt um die Bekämpfung. Vielleicht ist das der Grund, warum nach Auskunft der Medizinmeteorologen vom Deutschen Wetterdienst in Freiburg schon länger keine großen Konzentrationen an Ambrosia-Pollen mehr gemessen wurden. In Rheinland-Pfalz kommt die Ambrosia-Pflanze vereinzelt im Mittelrheintal, in der Osteifel, im Hunsrück und im Rhein-Main-Tiefland vor.

Eine junge Frau putzt sich mit einem Papiertaschentuch die Nase (Illustration, Archivfoto vom Mai 2005).

Jetzt beginnt die Zeit der verquollenen Augen und Schniefnasen: Zwar hat der Winter vielen von Heuschnupfen geplagten Menschen eine Schonzeit verschafft. Doch der Frühling steht vor der Tür.

Kombination mit Dreck mach Pollen besonders gefährlich

Die Experten warnen aber auch vor einer anderen Gefahr: Der Dreck in unseren Städten macht die Pollen nämlich gefährlicher. Unter dem Einfluss von Autoabgasen wie Stickstoffdioxid platzen die Pollen auf und geben allergieauslösende Stoffe frei. Außerdem kann der berüchtigte Feinstaub an Pollen anhaften. Auf diese Kombi reagiert der Körper dann manchmal besonders heftig. Wer etwa an einer viel befahrenen Straße lebt, hat in der Heuschnupfen-Saison ein größeres Risiko von Hustenanfällen und Asthma.

Die Blüten einer Japanischen Blütenkirsche (Prunus serrulata) sind am 30.04.2013 in Visselhövede (Niedersachsen) vor blauem Himmel zu sehen.

Weniger weit verbreitet und daher selbst für Allergiker einfach nur schön anzuschauen: Japanische Blütenkirschen

Neue App fürs Smartphone soll Allergikern helfen

Die Pollenstiftung will Allergikern mit einer kostenlosen App fürs Smartphone helfen. Das ist eine Art Frühwarn-App. Die App kann den Pollenflug in der eigenen Region postleitzahlengenau vorhersagen. Somit kann man den Pollen gezielter aus dem Weg gehen. Und die App verschickt zudem noch individuelle Warnungen. Dafür gleicht sie Daten miteinander ab, also etwa: Was gibt der Nutzer an? Was sind seinen Beschwerden? Und wie lautet die aktuelle Pollenflug-Prognose? Wenn zu befürchten ist, dass der nächste Tag für den Nutzer schlimm wird, gibt es dann automatisch eine Nachricht aufs Handy. Diese persönliche "Belastungsvorschau" ist neu und nach Aussage der Pollenstiftung bisher einzigartig. Und die gute Nachricht ist: sie ist kostenlos, man kann sie gratis im Internet runterladen.