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In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind Mitte März Landtagswahlen. Aber Wahlkampf ist teuer und wer gewinnen will, muss häufig einen Teil der Kosten aus der eigenen Tasche zahlen, erklärt Prof. Bernhard Weßels.

Nachteile für Neulinge

Weßels ist Politikwissenschaftler am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung an der Humboldt Universität und hatte dazu schon vor ein paar Jahren eine Studie durchgeführt. Im SWR sagte Weßels: "Es werden im Durchschnitt zwischen 32-34.000 Euro in einem Wahlkampf ausgegeben. Davon wird etwas mehr als ein Viertel privat finanziert." Der Rest komme von der jeweiligen Partei und aus Spenden.

Das Problem dabei sei, dass dadurch ungleiche Chancen entstünden. "Nehmen wir ein Klischee-Beispiel: Eine Supermarkt-Kassiererin kandidiert für ihren Wahlkreis. Die kann natürlich mit ihrem Gehalt nicht so viel in die Hand nehmen wie jemand, der schon längere Zeit ein Mandat hat und etwa mit 10.000 Euro nach Hause geht."

Lösung: Wahlkampf nicht mehr privat bezahlen

Um die Ungleichheit zwischen den Kandidatinnen und Kandidaten auszugleichen, schlägt Weßels vor, keine eigenen Mittel mehr in die Wahlkämpfe einbringen zu dürfen. Man müsse es darauf beschränken, dass die Parteien Wahlkämpfe finanzieren dürfen, aber kein eigenes Geld mehr mit einfließt.

"Dann wäre die Verteilung dieser Mittel in den Händen der Parteien und nicht davon abhängig, wie viel eine individuelle Person einbringen kann."

Prof. Bernhard Weßels, Politikwissenschaftler an der Humboldt-Universität Berlin

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