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Plantagen weltweit gefährdet Pilz bedroht Bananen

Gibt es bald keine Bananen mehr im Supermarkt? Trotz dicker Schale ist die Pflanze empfindlicher als man denkt: Ein Pilz befällt den Anbau von Bananen und breitet sich immer weiter aus.

Bananenstaude mit Bananen

Ein Prachtexemplar einer Bananenstaude

Nach dem Apfel ist die Banane das zweitliebste Obst der Deutschen. Zehn Kilo Bananen verspeist jeder Deutsche im Jahr. Praktisch ist sie auch noch - weil die Banane ihre eigene Verpackung dabei hat. Doch ihre relativ robuste Schale täuscht, die Pflanze ist empfindlich: Ein Pilz vernichtet ganze Plantagen - und breitet sich weltweit aus.

Fusarium Oxysporum - oder TR 4

Labor

Im Labor lässt sich TR 4 abtöten durch Erhitzen - das ist aber keine Lösung für die Praxis

Der Pilz heißt "Fusarium Oxysporum" wird aber meist kurz als "TR 4" bezeichnet. Er nistet sich im Boden ein und schon kleinste Mengen, bereits wenige Sporen, von TR 4 in der Erde genügen, um eine Bananenpflanze zu infizieren und die Staude verkümmern zu lassen. Alle Versuche, den Pilz auf den Plantagen zu bekämpfen, sind gescheitert, bedauert Alexandra zum Felde. Sie erforscht das Thema Ökologische Pflanzenproduktion in den Tropen und Subtropen an der Universität Kassel, vor allem Bananen.

"Man hat versucht, Felder zu überfluten, drei, vier Jahre zu überfluten, und trotzdem haben die Sporen überlebt. Also, wenn die einmal im Boden sind, kann man da sehr wenig machen. Pflanzenschutzmittel, also Fungizide gegen Pilze, haben auch keinen Effekt darauf gehabt." Nur durch Erhitzen auf 120 Grad lässt sich der Pilz abtöten - keine Lösung für befallene Plantagen.

Asien, Australien, Naher Osten und Afrika sind befallen

Erntehelfer auf Bananenplantage mit Atemmaske.

Erntehelfer auf der Bananenplantage tragen Atemschutzmasken

So wandert TR 4 immer weiter, da genügen ein paar Sporen, die an Bananenkisten haften oder an den Schuhsohlen von Plantagenmitarbeitern. Der Pilz hat sich bereits in Asien ausbreitet, in Australien und im Nahen Osten. 2013 ist TR4 erstmals auch in Afrika aufgetaucht - in Mosambik.

Mittelamerika noch verschont

Den amerikanischen Kontinent mit den Bananen-Hauptanbaugebieten in Mittelamerika, hat der Pilz bisher nicht erreicht - noch nicht. Dennoch sieht die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschafts-Organisation der Vereinten Nationen, die weltweite Bananenernte durch TR 4 bedroht. Ja, diese Gefahr bestehe, sagt auch Bananenexpertin Alexandra zum Felde. "Es ist eine große Bedrohung, gerade für die Exportbananen, da 99 Prozent von dem Exportmarkt von den Cavendish-Bananen abhängt und die sind halt anfällig für diesen Pilz."

Neue pilzresistente Bananensorten gesucht

Eine Bananenstaude an der Bananen hängen

TR 4 lässt Bananen eingehen

Dass die großen Bananenproduzenten, wie Dole und Chiquita du del Monte, ausschließlich auf die Bananen-Sorte Cavendish setzen, liegt daran, dass sie gegen einen anderen Pilz resistent ist - einen Pilz, der die früher bevorzugte Sorte Gros Michel vernichtet hatte. Und so dreht sich das Karussell weiter.

Sollte TR 4 trotz aller Quarantäne-Maßnahmen irgendwann doch in Mittelamerika landen, gibt es nur eine Möglichkeit: Umsteigen auf eine neue Bananensorte - eine von denen, die die Kleinbauern in Ostafrika oder in Indien anbauen.

Ausgerechnet Bananen - schmecken künftig anders

"Auf jeden Fall wäre es möglich, aber dann würden auch die Konsumenten sich auf was anderes einstellen müssen. Vielleicht auf Bananen, die halt dünner sind oder die dicker sind, die eine andere Farbe haben, die ein bisschen fleischiger sind oder mehliger von der Textur her. Aber das größte Problem ist eher, dass man zuerst eine resistente Sorte finden muss - und das ist noch nicht der Fall."