Ein Lufthansa-Pilot trägt bei einer Kundgebung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit einen Button mit der Aufschrift "Streik" auf seiner Uniform. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uwe Anspach)

Rund 130.000 Passagiere betroffen

Piloten-Streik der Lufthansa: Folgen für Ferien-Heimflieger und andere Reisende im Südwesten

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Wieder ein Piloten-Streik in der Hauptsaison: Im Tarifstreit bei der Lufthansa streiken am Freitag tausende Piloten. Das hat Folgen für Sommerferien-Heimkehrer.

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In Rheinland-Pfalz gehen am Freitag die Sommerferien zu Ende. In Baden-Württemberg dauern sie noch bis Ende nächster Woche: Alle, die für heute einen Lufthansa-Flug gebucht haben, müssen aber davon ausgehen, dass er ausfällt. Die Lufthansa hat am Donnerstagvormittag ihren Notflugplan veröffentlicht: Demnach sind wieder fast alle Verbindungen ab Frankfurt und München gestrichen. Rund 800 Flüge fallen aus. Die Fluggesellschaft schätzt, dass - wie schon Ende Juli beim Streik des Bodenpersonals - wieder um die 130.000 Passagiere betroffen sein werden.

Stärkste Auswirkungen an den beiden großen Drehkreuzen

Vereinzelt sollten schon am Donnerstag Flüge ausfallen: Das betraf aber tatsächlich nur die Flüge der Lufthansa-Kernmarke. Wer mit der Lufthansa-Tochter Eurowings oder Eurowings Discover fliegt, sollte eigentlich kein Problem gehabt haben. In erster Linie trifft der Streik die beiden großen Drehkreuze Frankfurt und München. Alle anderen Flughäfen werden - wenn überhaupt - wohl nur kleine Auswirkungen spüren.

Flughafen Stuttgart hatte am Freitag zehn Lufthansa-Flüge auf dem Plan

In Stuttgart waren für Freitag zehn Lufthansa-Flüge von und nach München, Frankfurt und London geplant, diese dürften ausfallen. Am Bodensee-Airport werden fünf Verbindungen von und nach Frankfurt betroffen sein. Das sind also überwiegend Strecken, die man notfalls auch mit der Bahn zurücklegen kann. Baden-Württemberg wird also nicht stark betroffen sein.

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Alternative Verbindung auch mit dem Zug

Wenn man einen Lufthansa-Flug gebucht hat, ist es empfehlenswert, sich über die Webseite der Lufthansa auf dem Laufenden zu halten. In der Regel informiert die Lufthansa ihre Passagiere auch von sich aus per Mail über Beeinträchtigungen. Wenn möglich wird eine alternative Verbindung angeboten, eventuell per Zug. Wenn das nicht geht, oder die Passagiere das nicht wollen, bekommen sie den Ticketpreis erstattet.

Verbraucherschützer empfehlen die App "Flugärger", mit der man sich kostenlos so genannte Ausgleichszahlungen ausrechnen kann.

Rheinland-Pfälzer müssen jetzt zurück aus den Ferien

Bietet die Fluggesellschaft nicht von sich aus eine Ersatzverbindung an, sollten Urlauberinnen und Urlauber diese selbst einfordern - am besten direkt mit einer gesetzten Frist. Wenn die Lufthansa darauf nicht reagieren sollte und kein Angebot macht, kann man sich selbst um einen Alternativ-Flug kümmern und der Lufthansa diesen in Rechnung stellen. Wichtig ist: Die Lufthansa muss zuerst angefragt worden sein. Etwas einfacher ist es, wenn man eine Pauschalreise gebucht hat, dann muss sich nämlich der Reiseveranstalter darum kümmern, wie man heimkommt.

"Uns fehlt jedes Verständnis für den Streikaufruf. (..) Die Arbeitgeberseite hat ein sehr gutes und sozial ausgewogenes Angebot gemacht - trotz der nachwirkenden Lasten der Corona-Krise und unsicheren Aussichten für die Weltwirtschaft."

Lufthansa hat kein Verständnis Streik-Aufruf von Cockpit

Die Gewerkschaft Cockpit verlangt für die rund 5.000 Flugzeug-Kapitäne und Ersten Offiziere 5,5 Prozent mehr Gehalt im laufenden Jahr und einen automatisierten Inflationsausgleich vom kommenden Jahr an. Der Dax-Konzern kritisierte den Streikaufruf der Piloten-Gewerkschaft.

Lufthansa-Personalvorstand und Arbeitsdirektor Michael Niggemann forderte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Er sagte: "Uns fehlt jedes Verständnis für den Streikaufruf der VC. Die Arbeitgeberseite hat ein sehr gutes und sozial ausgewogenes Angebot gemacht - trotz der nachwirkenden Lasten der Corona-Krise und unsicheren Aussichten für die Weltwirtschaft."

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