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Papst Franziskus hat am Samstag 13 neue Kardinäle ernannt. Erstmals in der Geschichte hat ein Papst zwei Geistliche über das Internet zu Kardinälen erhoben.

Bei der Zeremonie im Petersdom in Rom warnte Franziskus die neuen Würdenträger vor Ruhmsucht und Karrierismus. Wer sich durch die Erhebung zum Kardinal selbst als Eminenz fühle, sei dadurch schon vom Weg Jesu abgekommen, sagte Franziskus in seiner Predigt.

Coronabedingt zwei Kardinäle online ernannt

Das sogenannte Konsistorium zur Ernennung der neuen Kardinäle war gezeichnet von der Corona-Pandemie, zwei von ihnen waren zu Hause geblieben, der Petersdom war für den Anlass nur spärlich besetzt.

Für Franziskus war es das siebte Konsistorium seiner Amtszeit. Einmal mehr wählte er dabei Geistliche aus Ländern aus, die nie einen Kardinal hatten oder deren Dienst an der Kirche er hervorheben wollte. Neun der 13 neuen Kardinäle sind unter 80 und hätten damit nach jetzigem Stand ein Stimmrecht bei einer Konklave zur Wahl eines neuen Papstes. Im Kardinalskollegium festigte sich dadurch die Mehrheit der von Franziskus ernannten Prälaten. 73 der 128 Kardinäle unter 80 wurden von ihm ernannt, 39 von seinem Vorgänger Benedikt XVI. und 16 noch von Johannes Paul II.

Erstmals ein Afroamerikaner in den Kardinalsstand erhoben

Mit Wilton Gregory, dem Erzbischof von Washington D.C., wurde erstmals ein Afroamerikaner in den Kardinalsstand erhoben. Ruanda bekam mit dem Erzbischof von Kigali, Antoine Kambanda, seinen ersten Kardinal. Ebenfalls Kardinal wurde zudem der emeritierte Erzbischof von Chiapas in Mexiko, Felipe Arizmendi Esquivel, der sich für die Rechte der Indigenen in seinem Land einsetzt. Normalerweise ist ein Konsistorium geprägt von Empfängen, Messen mit zahlreichen Gläubigen, Feiern und gemeinsamen Abendessen für die neuen Kardinäle. In diesem Jahr mussten alle angereisten Geistlichen für zehn Tage in Quarantäne, die großen Feiern fielen aus.

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