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Ostern, das Fest des Aufbruchs, wird zum zweiten Mal vom Coronavirus ausgebremst. Kein Wunder, dass in diesen Tagen alle gaga sind, meint Martin Rupps – der Autor eingeschlossen.

"Vom Eise befreit sind Strom und Bäche / Durch des Frühlings holden, belebenden Blick", schwelgte Johann Wolfgang von Goethe über das Osterfest. Das war vor dem Klimawandel. "Aus dem hohlen finstern Tor / Dringt ein buntes Gewimmel hervor". Und vor der Corona-Pandemie. Zum zweiten Mal in meinem Leben fällt das Gewimmel an Ostern aus. Beim Osterspaziergang stehen Krokusse und Osterglocken am Weg und mutmaßlich Mitarbeiter vom Ordnungsamt.

Hasen mit Masken stehen auf einem Tisch. (Foto: Imago, IMAGO / Future Image; Symbolbild)
Zum zweiten Mal steht ein kontaktarmes Ostern vor der Tür Imago IMAGO / Future Image; Symbolbild

Frühlingsgefühle mit Ausgangssperre machen gaga. In Bayern haben junge Leute ihr Speed-Dating auf einen Parkplatz verlegt. Sie fuhren ohne Maske, aber mit geschlossenem Fenster aneinander vorbei. Ein liebestoller Mann kam gleich mit dem Abschleppwagen. Das ist noch lustig, anderes wunderlich. In Bussen und Bahnen reden – so meine Wahrnehmung – mehr Menschen als sonst mit sich selbst. Bei Zoom-Sitzungen fangen Frauen und Männer wegen Kleinigkeiten zu weinen an. Ich selbst kaufte kürzlich Gartengeräte, obwohl ich gar keinen Garten habe. Zum Glück fault ein Spaten nicht.

Ich glaube, wir stecken mitten im Corona-Tunnel. Überall schlechte Laune, Gereiztheit und Wut. Das gilt auch für die politische Debatte. Gaga gewordene Politiker treffen falsche Entscheidungen. Und wenn sie richtige treffen, reagieren wir gaga darauf. "Wir werden in ein paar Monaten einander wahrscheinlich viel verzeihen müssen", hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu Beginn der Pandemie gesagt. Falsch! Nicht in ein paar Monaten, sondern in anderthalb Jahren.

Ein zweites, hoffentlich letztes Mal gilt: Osterzeit mit Corona ist Gagazeit. Bringen wir sie hinter uns. Immerhin können wir uns beim Osterspaziergang im nächsten Jahr etwas erzählen!

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