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Bisher illegale Glücksspiele im Internet, wie Online-Poker oder Online-Casinos, sollen künftig bundesweit erlaubt sein. Für die Zocker ändert sich wenig, der Staat kann besser mitverdienen.

Nach Informationen des SWR haben sich die Bundesländer nach langen Verhandlungen geeinigt. Demnach sind strenge Regeln geplant, um die Spieler zu schützen - zum Beispiel eine monatliche Obergrenze für die Einsätze von 1.000 Euro. Eine neue zentrale Glücksspielbehörde soll sich um Jugendschutz und das Verhindern von Suchtverhalten kümmern.

Kai Müller, Sucht-Experte der Universitätsmedizin Mainz, hält nicht viel von den neuen Regelungen. Im SWR sagte er: "Für den Spieler ist es egal ob er legal oder illegal spielt, zumindest wenn es schon um eine Sucht geht. Da spielen solche Abwägungen keine zentrale Rolle mehr." Im Gegenteil würden legale Spielmöglichkeiten den Einstieg sogar noch erleichtern.

Einsatzgrenze: 1.000 Euro im Monat

Höchstens 1.000 Euro im Monat sollen die Spieler einsetzen dürfen. "Es ist sinnvoll, sich eine Deckelung zu überlegen, einfach um das ruinöse Element in den Griff zu kriegen", sagt Müller zweifelt aber an der Umsetzbarkeit dieser Obergrenze. Außerdem unterstreichten die Pläne die Hilflosigkeit der Bundesländer, die merkten, wie einflussreich und mächtig die Glücksspielindustrie sei.

Es gebe aber auch wirtschaftliche Gründe für eine staatliches Regelwerk: "Konzessioniertes Glücksspiel ist durch Abgaben und Steuern natürlich auch eine gewisse Einnahmequelle für den Staat", sagte Müller. Abgesehen davon berge es auch einige "juristische und gesundheitspolitische Unwägbarkeiten", wenn das Online-Glücksspiel in der Grauzone belassen werde.

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