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Ökologisch einkaufen Weihnachts-Shopping: Online oder im Laden?

Die Verbraucher geben mehr Geld aus für Weihnachtsgeschenke als im vergangenen Jahr. Immer öfter wird im Internet bestellt. Was ist umweltfreundlicher: Online oder in der Stadt einkaufen?

Weihnachtsmann mit Laptop

Selbst der Weihnachtsmann fragt sich: Zum Einkaufen ins Internet gehen oder ins Geschäft?

Die letzten beiden Monate im Jahr bringen dem Einzelhandel die größten Umsätze. Diesmal soll es mehr sein, als im Vorjahr, denn die Verbraucher geben mehr Geld aus für Weihnachtsgeschenke. Immer öfter wird auch im Internet bestellt - meist heißt es, das sei weniger ökologisch als im Laden um die Ecke zu kaufen. Aber stimmt das?

Klimabilanz: Shopping in der Stadt

Menschen beim einkaufen in einem Shoppingcenter

Weihnachtseinkauf im Shoppingcenter?

Moritz Mottschall vom Ökoinstitut hat es einmal durchgerechnet: in einer Großstadt bestellt er per Internet ein Paar Turnschuhe. Rechnet er all die Stationen, die sein Paket macht, zusammen, ergibt das am Ende 450 Gramm klimaschädigendes Kohlendioxid. Würde er in der gleichen Großstadt in einen Laden fahren und sich die Schuhe kaufen, wären es über drei Kilogramm CO2. Von wesentlicher Bedeutung beim stationären Handel ist die Frage:

"Wie komme ich eigentlich zum Ladengeschäft? Hier haben wir eine durchschnittliche Einkaufsfahrt von fünf Kilometern unterstellt und kommen damit auf gut zwei Kilogramm CO2-Emissionen - nur durch die Pkw-Fahrt zu einem Ladengeschäft und zurück."

Eine Einkaufstour mit Fahrrad oder Bus statt mit Auto wird gleich viel klimafreundlicher.

Für Weihnachtsgeschenke gibt der deutsche Verbraucher 2014 im Durchschnitt 460 Euro aus. Der überwiegende Teil der Geschenke wird immernoch im stationären Handel eingekauft. Bundesweit 39 Milliarden Euro werden 2014 für Onlineshopping ausgegeben.

Klimabilanz: Online-Shopping

shopping

Entschieden wird zu Hause

Die Rechnung für das Online-Shopping hat auch ein paar Variablen: Mit welchen Fahrzeugen wird das Paket ausgefahren? Wie oft muss der Paketmann kommen, bis ihm jemand die Tür öffnet? Wird das Paket in einem zentralen Paketshop zum Abholen deponiert, ist das schon um 30 Prozent klimafreundlicher als die Lieferung bis zur Haustür.

Wenn ich allerdings auf dem Land lebe, dann schießt die CO2-Kurve auch bei der Online-Bestellung und Auslieferung mit dem Paketdienst nach oben. Moritz Mottschall rechnet vor: "Da gibt es ungeliebte Strecken - wir haben das Extrembeispiel veranschlagt hier: Also ich fahre bei so einer Tour 250 Kilometer bei einer Zustellung und habe bloß 100 Pakete dabei. Das heißt, pro Sendung muss der Fahrer 2,5 Kilometer fahren. Da liegen meine Emissionen auf einmal bei einem Kilo, also doppelt so hoch wie in der Stadt."

Ein Postbote gibt ein Paket ab.

Online bestellen boomt

Gute Klimabilanz hieße, am besten ein voll geladenes Paketauto. Bei dem Trend, dass alles immer schneller gehen muss, manche Lieferung sogar noch am gleichen Tag versprochen wird - wird die Auslastung allerdings eher schlechter.

Schlecht für die Nachhaltigkeit: Retouren per Paketdienst

Und wenn die Online-Schuhe nicht passen? Dann werden sie zurückgeschickt und die klimaschädigenden Gase verdoppeln sich. Im Schnitt geht die Hälfte aller Onlinepakete retour.

Was verbraucht der Laden in der Stadt an Energie?

Der Laden vor Ort hat einen großen Vorteil: Auswahl, Beratung - allerdings hat er auch einen großen Energieverbrauch. Mottschall überschlägt: "Die Waren werden sehr gut ausgeleuchtet, es gibt Heizung, Klimatisierung, Belüftung, da kommen auch mal erhebliche Stromverbräuche und Wärmeverbräuche zustande, die noch mal insgesamt mit rund einem Kilo zu Buche schlagen. Das heißt, wir kommen hier bei diesem sehr einfachen Vergleich auf die sechsfachen Emissionen ungefähr."

Was heißt das jetzt unterm Strich?

Nikolaus + Paket

Der Weihnachtsmann macht schlapp

Es gibt letztlich keine klare Aussage, welche Turnschuhe klimafreundlicher sind: die online bestellten oder die im Laden gekauften. Zu viele verschiedene Faktoren müssen berücksichtigt werden. Das ist die Krux an solchen Klimabilanzen.

Moritz Mottschall rechnet am Ende sogar noch eine Unbekannte ein: Wenn man die Zeit, die man durch das Online-Shopping gespart hat, nutzt für eine Spritztour mit Freunden oder einen Besuch bei der Oma - dann sind die scheinbaren Online-Klimavorteile ganz schnell wieder dahin.

Online: Heidi Keller