Bettina Fächer (Foto: SWR, SWR)

Leck bei Patienteninformationen. Ein Kommentar Datensicherheit - schön wär's!

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Tausende Patientendaten, die auf ungeschützten Servern liegen: Ist das vom BR recherchierte Datenleck im Gesundheitswesen ein Einzelfall? Bettina Fächer ist da skeptisch.

"Wie sicher sind meine Daten?" – Unter dieser Überschrift erklärt das Gesundheitsministerium, wie künftig eine Datenautobahn „den sicheren (…) Austausch medizinischer Daten“ gewährleisten soll.

MRT-Untersuchung (Foto: dpa Bildfunk, Andreas Gebert/dpa)
Auch Bilder von Magnetresonanztomografen sind nach den Recherchen ungeschützt im Netz gelandet. Andreas Gebert/dpa

Soviel zur Theorie – nun zur Wirklichkeit. Denn es klingt wie Hohn, wenn nun bekannt wird: mehr als 13.000 Datensätze von Patienten in Deutschland lagen kürzlich noch auf ungeschützten Servern. Recherchen des Bayerischen Rundfunks und der Stiftung ProPublica zeigen, jeder hätte sich diese Patienten- und Untersuchungsdaten ansehen können.

Nur ein bedauerlicher Einzelfall in einem Land, in dem Patienten ansonsten auf zeitgemäße Schutzmechanismen vertrauen können? Ich fürchte: nein.

Mit Ideen und Vorgaben wie die Einführung der elektronischen Rezepte odes E-Krankenscheins zeigt sich die Bundesregierung vermeintlich zukunftsfähig – und lenkt doch davon ab, dass in Deutschland seit rund 15 Jahren an der elektronischen Gesundheitskarte und der digitalen Patientenakte gebastelt wird.

Wenn jetzt offensichtlich wird, dass es in der Branche mancherorts entweder am Wissen oder am Willen fehlt, für sichere Systeme zu sorgen – dann fällt meine persönliche Antwort auf die Frage, wie sicher meine Gesundheitsdaten sind, mehr als beunruhigend aus.

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