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Angesichts eines weiterhin möglichen Wahlsieges von Amtsinhaber Trump spricht der SPD-Außenpolitiker Nils Schmid von einer schweren Belastung für die Demokratie.

Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Nils Schmid, sieht das Kopf-an-Kopf Rennen im US-Wahlkampf und damit auch einen möglichen Sieg Donald Trumps mit großer Sorge. "Wir müssen uns klarmachen, dass die letzten vier Jahre für die amerikanische Demokratie eine schwere Belastung waren", sagte er im SWR. Wenn weitere Trump-Jahre folgen sollten, hätte dies erneut Auswirkungen auf die Strahlkraft der USA: "Denn der Leuchtturm der Demokratie ist ins Wanken geraten", so Schmid.

Trump erster US-Präsident, der europäische Einigung bekämpft

In Bezug auf das transatlantische Verhältnis sagte Schmid, Trump sei der erste US-Präsident der Nachkriegszeit, der die europäische Einigung aktiv bekämpft habe. Europa sei von "dem aggressiven und demokratieverachtenden Denken Trumps" vor vier Jahren überrascht worden. "Wir waren etwas anderes gewohnt", so Schmid.

Nach Einschätzung des SPD-Politikers hat Europa aber die letzten vier Jahre genutzt, um sich unabhängiger von den USA zu machen. Diese Entwicklung müsse weitergeführt werden. "Egal wie die Wahl ausgeht, wir sollten die europäische Souveränität stärken, vor unserer Tür für mehr Sicherheit sorgen und uns nicht nur auf die USA verlassen."

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