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Neues Gesetz zur Elektronischen Gesundheitskarte Politik erhöht Druck auf Gesundheitsbranche

Der Bundestag hat das "Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz)" verabschiedet. Es soll im neuen Jahr in Kraft treten.

Eine elektronische Gesundheitskarte der Techniker Krankenkasse steckt in einem Lesegerät

Eine elektronische Gesundheitskarte der Techniker Krankenkasse steckt in einem Lesegerät

Von Stephan Ueberbach, SWR Hauptstadtstudio Berlin

Die Bundesregierung hat die Nase voll. Weil die elektronische Gesundheitskarte zu einer unendlichen Geschichte zu werden droht macht die Politik der Medizin-Branche jetzt Beine. Denn die doktert nun schon seit mehr als 15 Jahren an der Frage herum, wie man Ärzte, Apotheker und Krankenhäuser besser miteinander vernetzen kann. Aber es geht nicht viel voran. Obwohl die elektronische Gesundheitskarte viele Chancen bietet.

Politik macht nun Druck

Herrmann Gröhe, der Bundesgesundheitsminister, sagt es so: Die Karte ist wie ein Sportwagen, der in der Garage steht und auf seinen Einsatz lauert. Weil die nötigen Datenautobahnen noch nicht da sind. Nun aber gelten für den Netz-Aufbau feste Fristen. Ab Mitte 2018 sollen alle Ärzte und Zahnärzte entsprechende Lesegeräte und sichere Internetverbindungen zu den Krankenkassen haben. Wer sich nicht daran hält, muss mit Strafen rechnen. Für die Sicherheit der Daten sind die Krankenkassen zuständig.

In der elektronischen Gesundheitsakte sind Befunde und Therapien erfasst

In der elektronischen Gesundheitsakte sind Befunde und Therapien erfasst

Ausbau zur elektronischen Patientenakte soll beginnen

Die Chipkarte für die Versicherten wird in den nächsten Jahren nach und nach zu einer elektronischen Patientenakte ausgebaut. Erst mal sind vor allem personenbezogene Daten gespeichert. Der Name, das Geburtsdatum, die Krankenkasse und ein Foto. Das soll dabei helfen, Verwechslungen zu vermeiden.
Demnächst können dann auch Arztbriefe dazu kommen. Und lebenswichtige Notfalldaten. Zum Beispiel Informationen über Vorerkrankungen, über Allergien, oder Arzneimittel-Unverträglichkeiten. Bei einem Unfall könnte der Arzt all das sofort von der Karte abrufen.

Patienten dürfen selbst entscheiden

Was gespeichert wird entscheiden die Patienten selbst. Das könnten etwa auch Blutzucker-Werte sein. Oder Daten von Fitness-Trackern. An der Digitalisierung des Gesundheitswesens gibt es aber auch viel Kritik Datenschützer sehen durch die digitale Vernetzung das Patientengeheimnis in Gefahr.

Die Pharmaindustrie, Biotechnologiefirmen und andere Medizin-Konzerne würden schon mit den Füßen scharren, um die Krankheitsdaten für ihre Zwecke gewinnbringend auswerten zu können.


Online: Lutz Heyser & Christine Trück