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Naturwissen Der Duft des Regens

Jeder kennt das: Gerade nach einer längeren Trockenzeit riecht die Natur schon kurz vor oder nach einem Regen besonders intensiv und frisch. Wieso eigentlich?

Von SWR-Wissenschaftsredakteur Gabor Paal

Der Regen dringt in den Boden ein. Im Boden leben zahlreiche Mikroorganismen, die bei Trockenheit ihren Stoffwechsel zurückfahren. Sobald aber Wasser zur Verfügung steht, werden sie aktiv. Dabei setzen sie flüchtige, stark riechende Substanzen frei, vor allem Geosmin.

Das ist chemisch gesehen ein komplexes Alkohol-Molekül mit einem Geruch, den wir als "erdig" bezeichnen würden. Wenn es nach "frischer Erde" riecht, sind das in der Regel die Abbauprodukte dieser Mikroorganismen. Zusätzlich zu diesen Bodenorganismen werden aber auch viele Pflanzen aktiv, die über ihre Blätter zusätzlich ätherische Öle ausdünsten.

Mikroorganismen werden aktiviert

Leichter Landregen lässt die Erde duften

Landregen lässt selbst den Asphalt duften.

Die Natur wird also insgesamt aktiver und produziert mehr geruchsintensive Stoffe. Der Geruchseindruck wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass der Regen die bodennahen Luftschichten aufwirbelt. Das Wasser verdunstet wieder, dabei steigt Wasserdampf auf und dieser aufsteigende Wasserdampf zieht die Duftmoleküle mit sich nach oben. So gelangen mehr von diesen Molekülen in die Nähe unserer Nase.

Oft spürt man diesen Geruch aber bereits, bevor der Regen einsetzt. Das liegt daran, dass mit dem sich anbahnenden Regen die Luftfeuchtigkeit zunimmt, was die genannten Mikroorganismen aktiviert.

Vor einem einsetzenden Regen ist die Luft zudem bewegter: Sie kühlt ab, ein leichter Wind setzt ein. Der Luftdruck sinkt, in der Luft über dem Boden entsteht somit ein leichter Unterdruck, der wiederum die Luft und damit die Duftmoleküle aus dem Boden zieht. Diese Effekte sorgen dafür, dass wir die Geruchsmoleküle manchmal schon vor einem Regen stärker wahrnehmen.

Online: Peter Mühlfeit und Heidemarie Martin

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