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Beim nachhaltig Reisen gilt: Die meisten wollen es, die wenigsten tun es - das zeigt eine Reiseanalyse. Zu diesen wenigen gehört Felix Ekardt. Er ist überzeugt: Klimaneutraler Urlaub ist genauso toll wie eine Fernreise.

Seit dem Jahr 2013 analysiert das Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) jedes Jahr die Einstellung zu nachhaltigem Reisen. Laut Wolfgang Günther, dem Leiter des Bereiches "Nachhaltigkeit im Tourismus", ist demnach das Interesse in Deutschland kontinuierlich gestiegen: "Wir haben so im Schnitt eine Zunahme von 2,5 Prozentpunkten pro Jahr."

Zuletzt hatten 57 Prozent angegeben, nachhaltig reisen zu wollen. Nur bei einem Bruchteil davon, vier Prozent, hat das Thema Nachhaltigkeit die Reise-Entscheidung aber tatsächlich beeinflusst.

Vorstellung und Realität würden – anders als bei anderen Lebensbereichen – besonders weit auseinander klaffen, sagte Günther im SWR: "Man hat ja Ideen im Kopf, wie so eine Reise aussehen soll: Man möchte am Wasser sein, man möchte Erlebnisse haben, man hat spezielle Vorstellungen von der Unterkunft – und dann soll die Reise auch noch nachhaltig sein. Da gibt es nicht so viele Angebote, die diesen Filter erfüllen."

Bei der Abwägung zwischen den vielen Erwartungen und Hoffnungen, die man in seine Reise reinstecke, und dem Wunsch nachhaltig zu reisen, komme das nachhaltige Reisen dann doch weit hinten an, sagt der Experte dem SWR.

Nachhaltige Reisen müssten besser gefunden und erkannt werden

Grundsätzlich sei das Potential aber da, betonte Günther: "Wenn man diese Reisen, die nachhaltig sind, besser erkennen würde, besser finden würde und, wenn davon einfach mehr auf dem Markt wären, dann würden sich da sicherlich mehr Leute für eine Reise entscheiden."

Schon jetzt würde das Angebot für nachhaltige Reisen zunehmen und das werde in Zukunft voraussichtlich auch noch mehr werden. Die Anbieter, die jetzt schon auf dem Markt sind, würden überdurchschnittlich stark angefragt.

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