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Nach 20 Jahren ebay Neue Goldgruben für Schnäppchenjäger

Ein kaputter Laserpointer, versteigert für 14,83 Dollar. Damit ging alles los bei ebay, vor 20 Jahren. Das Internetportal hat jetzt 155 Millionen Nutzer weltweit, aber die Fassade bröckelt. Es gibt genügend Alternativen.

Egal, ob man gebrauchte Kleidung, Technik oder Sammlerstücke verkaufen will - seit inzwischen 20 Jahren geht das über das Internet-Auktionshaus ebay. Es ist nach wie vor der Platzhirsch. Aber es geht auch anders.

Fragen an Eva Laun und Andreas Reinhardt, SWR Wirtschaft und Umwelt:

Bei ebay gab es in den vielen Jahren immer wieder außergewöhnliche Auktionen. Was waren denn die kuriosesten?

Laser-Pointer

Laser-Pointer

Ein kaputter Laserpointer, versteigert für 14,83 Dollar. So ging alles los am 3. September 1995. Firmengründer Pierre Omidyar hatte eine Vision: Ein ganzes Wochenende lang hackte er auf seiner Computer-Tastatur herum und programmierte das erste Internet-Auktionshaus der Welt "Auctionweb". Es sollte eine Seite sein, die Käufer und Verkäufer zusammenbringt. Ein ehrlicher und offener Marktplatz. Ein Volltreffer.

Und als erstes hat er den kaputten Laser-Pointer zum Verkauf angeboten und sogar beim Käufer nachgehakt, weil das Gerät ja kaputt war. Der hat ihm bestätigt - er sammelt kaputte Laser-Pointer.

Schauspieler William Shatner hat für einen guten Zweck seinen Nierenstein bei ebay verkauft

Schauspieler William Shatner

Es wurden aber auch andere kuriose Dinge versteigert: Ein Kaugummi von Jürgen Klopp, ein angebissenes Käsebrötchen, ein Nierenstein von Star Trek-Legende William Shattner alias James T. Kirk für einen guten Zweck oder ein ganzes italienisches Dorf mit 14 Häusern. Alles schon bei ebay unter den Hammer gekommen.

Der Stern von ebay strahlt nicht mehr so hell wie einst. Hinter den Kulissen brodelt es. Was läuft schief?

Logo des Internet-Auktionshauses ebay

Logo des Internet-Auktionshauses ebay

Ebay ist längst nicht mehr der Internet-Flohmarkt des kleinen Mannes. Nach mehreren deftigen Gebühren-Erhöhungen sind private Verkäufer abgeschreckt. Ebay setzt immer mehr auf gewerbliche Händler, die zum Festpreis verkaufen. Doch auch hier ist es so, dass das Kerngeschäft, der Marktplatz, stagniert.

Ebay versucht jetzt, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Dafür werden Teile des Unternehmens abgestoßen, darunter auch der Bezahlservice Paypal, der 13 Jahre lang für Wachstum sorgte. Ebay will mehr bieten als nur die klassische Auktion und zum Beispiel mit kleinen stationären Händlern zusammen arbeiten. Aber Fachleute sind skeptisch wie erfolgreich das sein wird.

Klar ist nur, dass ebay sich immer weiter abwendet von dem, was den Internet-Pionier einmal groß gemacht hat: Gebrauchte Waren.

Gerade für private Verkäufer ist ebay lange nicht mehr so interessant. Wenn ich aber gebrauchte Sachen verkaufen will, welche Alternativen gibt es?

Wen die Gebühren bei ebay abschrecken, kann sich mal folgende Portale anschauen:

shopping

Es geht auch ohne ebay

  • Zum Beispiel hood.de: Bei diesem deutschen Auktionshaus können Privatleute kostenlos ihre Artikel versteigern. Hier lässt sich alles mögliche loswerden. Es ist nicht so viel los wie bei ebay, deshalb gehen die Verkaufspreise oft nicht so steil nach oben. Wer mit hohen Preisen einsteigt, bekommt dann vielleicht gar keine Gebote, wer niedrig einsteigt, verkauft es vielleicht für eine handvoll Euro.

Aber es muss ja nicht unbedingt eine Auktion sein. Es gibt auch andere Möglichkeiten, die Sachen zu verkaufen.

Da kommt es ein bisschen drauf an, was es ist.

  • Ein altes Smartphone oder andere technische Geräte: Hier gibt es Portale wie rebuy.de und wirkaufens.de. Das sind keine Auktionshäuser, sondern die kaufen meine alten Geräte auf und verkaufen die dann weiter. Gut finde ich, dass ich schon vor dem Verkauf ziemlich genau weiß, was das alte Smartphone noch an Geld bringt.
  • Wer noch kistenweise alte CDs zuhause hat, sollte sich mal momox.de ansehen. Praktisch ist da, dass ich über eine App die Barcodes der CD-Hüllen scannen kann, da spare ich mir das Abtippen. Anschließend packe ich alles in ein großes Paket und schicke es kostenlos dorthin. Das Geld, der Verkaufserlös, wird überwiesen.
  • Alte Klamotten lassen sich zum Beispiel bei kleiderkreisel.de verkaufen, tauschen oder auch verschenken. Foto und Beschreibung vom Kleid, Pulli oder Jeans, und dann noch überlegen, wie viel ich dafür haben möchte. Beim Verkauf ist eine Provision an die Internet-Seite fällig.
  • Noch ein Tipp sind unterschiedliche Facebook-Gruppen. Wer in Facebook nach dem Wort Flohmarkt und den Namen der Stadt sucht, findet viele öffentliche Gruppen mit zum Teil tausenden Mitgliedern. Hier lässt sich jede Menge Zeug loswerden, ganz ohne Provision. Und der tolle Nebeneffekt ist, dass man oft auch noch neue Leute kennen lernt.

So ging es bei ebay weiter: Schon ein Jahr nach der Gründung stellt der Firmengründer Pierre Omidyar seinen ersten Mitarbeiter ein und zieht ins erste eigene Büro in San José, Kalifornien. 1997 kommt der neue Name "ebay". Es ist eine Abkürzung für Acobay, ein Phantasie-Name. 1998 geht es an die Börse. Heute ist die Firma fast 30 Milliarden Euro wert, hat 155 Millionen Nutzer weltweit und vertickt Ware im Wert von 22 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

Online: Heidi Keller, Christine Trück