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Nach Bränden im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos ist es in der vergangenen Nacht zu Ausschreitungen gekommen. Zuvor hatte es in dem Lager erneut gebrannt.

Augenzeugen berichteten, die Polizei habe Flüchtlinge mit Tränengas daran gehindert, in die Insel-Hauptstadt Mytilini zu gelangen.

Das weitere Feuer zerstörte Teile des Camps, die in der Nacht zuvor verschont geblieben waren. Insgesamt sind nach Behördenangaben mehr als 12.000 Menschen obdachlos geworden. Die griechische Regierung will sie provisorisch auf Schiffen und in Zeltlagern unterbringen. Rund 400 unbegleitete Minderjährige sollen aufs Festland gebracht werden.

Die Europäische Union hat angekündigt, ein großes Schiff für Schwangere und Kinder zu schicken. Die griechischen Behörden gehen davon aus, dass die Brände in Moria gelegt wurden.

Demonstranten in Deutschland fordern Hilfe für die Flüchtlinge

In Deutschland haben mehrere Tausend Menschen von der Bundesregierung gefordert, Migranten aus dem zerstörten Lager Moria aufzunehmen. Unter anderem in Berlin, Leipzig, Karlsruhe und Mannheim forderten sie bei Kundgebungen, auch andere Lager auf den griechischen Inseln zu evakuieren.

Seehofer bietet schnelle Hilfe an

Innenminister Horst Seehofer (CSU) steht im Kontakt mit der griechischen Regierung, um den Umfang möglicher Hilfen abzuklären. Dann, so ein Sprecher, werde zügig und unkompliziert geholfen.

Unterdessen wächst der Druck auf ihn neben Soforthilfen auch mehr Betroffene aus den griechischen Lagern nach Deutschland zu holen. Der niedersächsische SPD-Ministerpräsident Stephan Weil hat an Bundesregierung und EU appelliert, alle rund 12.000 Flüchtlinge aus Moria auf aufnahmewillige EU- Länder zu verteilen.

Die bisherige Untätigkeit der EU sei eine Schande, findet ARD-Korrespondent Georg Schwarte:

Länder wollen Flüchtlinge aufnehmen

Mehrere Bundesländer, darunter Berlin und Thüringen, haben erneut ihre Bereitschaft erklärt, sich um mehr Flüchtlinge kümmern zu wollen. Und auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will bis zu 1.000 Flüchtlinge aufnehmen.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) spricht sich dafür aus, dass die Bundesregierung ihr bisheriges Aufnahmekontingent aufstockt, um möglichst vielen Menschen von den griechischen Inseln zu helfen.

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