Eine Hand hält ein Smartphone, auf dem eine Festnetznummer getippt wird. Daneben liegen neben Mobilteile verschiedener schnurloser Telefone. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa Themendienst)

Trendwende in der Kommunikation Deutsche telefonieren erstmals mehr mobil als vom Festnetz

Das Telefonieren wird immer mobiler. Die Deutschen führten im vergangenen Jahr erstmals mehr Gespräche mit dem Smartphone als vom Festnetz. Es gibt aber auch Mobilfunk-Verweigerer.

"Ich nutze das Festnetz nur noch, wenn ich mit meinem Vater telefoniere", sagt Bernd Theiss, Redakteur bei der Fachzeitschrift "connect", im SWR. "Mein Vater ruft mich prinzipiell nicht auf dem Mobiltelefon an, weil er das als etwas empfindet, was mit hohen Kosten verbunden ist."

Ein Ausschnitt des Interviews können Sie hier anhören:

Dauer

Handy-Telefonate werden immer günstiger

Doch seit der Einführung von Flatrates für Telefonieren in vielen Mobilfunkverträgen schwinden die Vorbehalte. 119 Milliarden abgehende Gesprächsminuten führten die Deutschen im vergangenen Jahr von Smartphones und Handys. Im Festnetz gab es nur noch 107 Milliarden Gesprächsminuten. 2014 hatten die Menschen in Deutschland noch mehr als 150 Milliarden Minuten von festen Anschlüssen telefoniert.

Sprachqualität im Mobilfunk wird immer besser

Ein Grund für die Zunahme der Mobilfunknutzung sei eine verbesserte Netzabdeckung, sagt der "connect"-Redakteur Bernd Theiss im Audio. Trotzdem könne man in Deutschland noch nicht flächendeckend mit dem Handy telefonieren.

Festnetz wird für Übermittlung von Daten weiter gebraucht

Das Festnetz werde als zuverlässige Verbindung für Daten allerdings weiter gebraucht, ergänzt der Telekommunikations-Experte. Als ein Beispiel nannte Bernd Theiss Streaming-Dienste im Entertainment-Bereich.

Auch für "Home-Automation" sei es ganz selbstverständlich, dass eine Festnetz-Verbindung zur Verfügung stehe. Deshalb würden Breitband- und Glaserfasernetze in Ländern wie Österreich sogar ausgebaut, weil dort die Abdeckung bislang noch nicht so gut gewesen sei.

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