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In den USA eskalieren die Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus. Der Tod des Afroamerikaners George Floyds in Minneapolis hat Demonstrationen im ganzen Land ausgelöst. Trump macht inzwischen Linksradikale für die Unruhen verantwortlich.

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einer Polizeikontrolle in Minneapolis sind Menschen in mehr als 30 Städten auf die Straße gegangen.

Menschen bei Ausschreitungen gestorben

Dabei kam es zu Unruhen und Ausschreitungen. Polizisten wurden mit Steinen und Flaschen beworfen, Schaufenster eingeschmissen und Geschäfte geplündert. Inzwischen starben schon mehrere Menschen.

Am Sonntag raste in Minneapolis ein Tankwagen in eine Menschenmenge. Die Menschen hatte friedlich demonstriert. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Der Fahrer wurde verprügelt und der Polizei übergeben.

Sohn von George Floyd ruft zu friedlichen Protesten auf

In einem TV-Interview mit dem CNN-Tochtersender KBTX appelliert der Sohn von George Floyd an die Demonstranten, friedlich zu bleiben. Zugleich zeigte sich Quincy Mason Floyd bewegt über die große Anteilnahme am Tod seines Vaters. "Jeder kommt und zeigt ihm Liebe. Mein Herz ist sehr berührt von all dem."

Trump macht Linksradikale für Unruhen verantwortlich

US-Medien berichten, dass Präsident Donald Trump am Freitag wegen der Proteste vor dem Weißen Haus vorübergehend in einen Sicherheitsbunker gebracht worden war.

Trump macht Linksradikale für die Unruhen und Krawalle verantwortlich. Nun kündigte er erneut an, militante Antifa-Gruppen als Terrororganisationen einzustufen. Doch wie das gehen soll, ließ er offen.

Auch Proteste vor der US-Botschaft in Deutschland

In mehreren Staaten wie Minnesota, Georgia und Kalifornien wurde der Notstand ausgerufen, die Polizei setzte Speizialkräfte ein. Auch in Deutschland haben mehr als 2.000 Menschen vor der US-Botschaft demonstriert. Weitere Proteste sind angekündigt. In London zogen mehr als 1.000 Menschen an der US-Botschaft vorbei, Hunderte versammelten sich auf dem Trafalgar Square.

Krawalle, Ausschreitungen und Zerstörung in vielen US-Städten

Die Empörung ist riesig und schlug auch in der Nacht zu Sonntag wieder in Krawalle, Ausschreitungen und Zerstörung um. Von New York über Tulsa bis Los Angeles gingen Menschen auf die Straße. In 25 Städten und 16 Bundesstaaten wurden Ausgangssperren verhängt. In Los Angeles wurde gar der Notstand ausgerufen.

"I can't breathe" - George Floyd stirbt nach Festnahme

Auslöser der Proteste ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd am 25. Mai. Ein weißer Polizist hatte sich minutenlang auf den Hals des am Boden liegenden und mit Handschellen gefesselten Mannes gekniet. Floyd röchelte immer wieder: "Ich kann nicht atmen".

Eben dieses "I can't breathe" ist zu einem Schlachtruf bei den Protesten geworden. Viele Prominente und Politiker solidarisierten sich mit den Demonstranten, darunter auch der voraussichtliche demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden. Er erklärte, er stehe hinter der "gerechten Sache" der Proteste, Zerstörung und Gewalt dürften diese aber nicht verdrängen.

US-Präsident Donald Trump warf dagegen gewalttätigen Protestierern vor, das Andenken an das Opfer mutmaßlicher Polizeigewalt, George Floyd, zu entehren. "Sie wollen nur Ärger machen", twitterte er und lobte das Verhalten des Secret Service bei einer Kundgebung vor dem Weißen Haus, den er beobachtet habe.

"Sie haben die Protestierer schreien und schimpfen lassen, so viel sie wollten, aber wenn sie den Zaun um das Gelände des Weißen Hauses überschritten hätten, wären sie von den bösartigsten Hunden und schlimmsten Waffen empfangen worden, die ich jemals gesehen habe."

Donald Trump auf Twitter

Der US-Bundesstaat Minnesota hat wegen der anhaltenden und teils gewaltsamen Proteste nach dem Tod von George Floyd zusätzlich mehr als 1.000 Nationalgardisten als Verstärkung einberufen. Sie würden die 700 Soldaten unterstützen, die wegen der Proteste bereits im Einsatz seien, erklärte die Nationalgarde von Minnesota am Samstag über Twitter. Es handle sich um den größten Einsatz der Einheit in ihrer 164-jährigen Geschichte.

Soldaten komplett überfordert

Gouverneur Tim Walz hatte zuvor in der Nacht zum Samstag eingeräumt, dass die bereits massiv verstärkten Sicherheitskräfte in den Städten Minneapolis und St. Paul angesichts der gewaltsamen Proteste immer noch überfordert seien.

Während einer Pressekonferenz am Samstagmorgen flehte er die Randalierer geradezu an: "Ihr müsst nach Hause gehen!" Auch der wahrscheinliche Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, hat sich in die Diskussion eingemischt. Ein Bericht von ARD-Korrespondentin Julia Kastein:

Derweil gibt es auch Gerüchte über eine Unterwanderung der Proteste durch weiße Rechtsextremisten:

New Yorks Bürgermeister kündigt Untersuchung gegen eigene Polizei an

Derweil hat New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio angesichts der Proteste das harte Vorgehen der Polizei seiner Stadt kritisiert: Die Beamten seien "sehr heftig und grob" gewesen und hätten auch gegen friedliche Demonstranten Pfefferspray eingesetzt, sagte de Blasio am Samstag. Der Politiker kündigte eine Untersuchung der Ereignisse an.

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