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Mineralwasser oder Leitungswasser Alles Wasser, oder was?

Sommer, Sonne, Hitze - und gegen das Schwitzen natürlich: Viel Trinken. Am besten Wasser. Aber welches eigentlich? Das aus der Leitung, das aus dem Supermarkt oder lohnt der Kauf von teurem Edel-Wasser...?

Wasserhahn

Junge trinkt aus Wasserhahn

Antworten von Stefanie Peyk, SWR Umwelt & Ernährung

Die Stiftung Warentest hat Mineralwasser getestet. Allerdings haben die Tester bei drei von 20 Wässern oberirdische Verunreinigungen festgestellt. Welche?

Unangenehm aufgefallen sind hier ausgerechnet das klassische Selters (Original Selters Classic), außerdem ein Mineralwasser aus Mecklenburg-Vorpommern (Glashäger Classic) und ein Mineralwasser aus dem Harz (Harzer Grauhof Medium). In diesen Wässern haben die Tester Stoffe gefunden, die da nicht hinein gehören - zum Beispiel Süßstoffe und Abbauprodukte von Pestiziden und Korrosionsschutzmittel. Allerdings nur sehr geringe Spuren davon. Das ist nicht gefährlich. Davon wird niemand krank. Aber laut Stiftung Warentest sind diese Funde ein Hinweis, dass diese drei Mineralwasserquellen nicht gut genug geschützt sind.

Die Stoffe, die die Tester entdeckt haben, stammen vermutlich ursprünglich aus der Landwirtschaft - etwa die Pestizide. Oder zum Beispiel aus dem Abwasser von Haushalten - wie die Süßstoffe. Erst gelangen sie ins Grundwasser und dann können sie in tiefere Schichten sickern. Wenn der Brunnen nicht hinreichend geschützt ist, können diese Substanzen dann auch im Mineralwasser landen.

Alternativ zu herkömmlichem Mineralwasser stehen im Supermarkt auch Luxus-Wässer und Edelmarken. Normales Wasser - meistens still, aber unglaublich teuer - eine Flasche mit 0,75 Liter für fast vier Euro. Sind die ihr Geld wert?

Eher nicht. Die Luxus-Wässer kommen zwar sehr nobel daher: Edles Design, schöne Flaschen – und dann die exquisite Herkunft. Ein Wasser kommt aus Norwegen, das nächste, zumindest ursprünglich, von den Fidschi-Inseln. Da wird den Kunden suggeriert, das Wasser sei besonders gesund und rein.

Aber mein Eindruck ist, dass diese Luxus-Wässer in punkto Mineralstoffgehalt in der Regel nichts Besonderes sind. Zum Beispiel die norwegische Marke VOSS. Was die an Kalzium, Magnesium und Sulfat enthält, das geht gegen Null, sehr niedrige Werte. Die Wasser-Expertin der Stiftung Warentest meint, das grenze schon an destilliertes Wasser. Und wenn ein Edel-Wasser dazu noch über viele Kilometer zu uns transportiert werden muss, ist das auch nicht besonders ökologisch.

Wasserflasche

Frau trinkt aus Wasserflasche

Also trinken wir lieber Leitungswasser aus dem Hahn?

Leitungswasser ist tatsächlich oft eine gute Alternative zu Mineralwasser. Das Flaschen-Schleppen fällt weg und die Wasserwerke garantieren einwandfreies Trinkwasser bis zum Hausanschluss.

Manche Verbraucher kaufen Mineralwasser natürlich auch wegen der Mineralstoffe. Aber längst nicht jedes Mineralwasser ist tatsächlich so reich an Mineralstoffen, wie es einem die Werbung zuweilen suggeriert. Um das herauszufinden, muss man schon genauer auf das Etikett schauen.

Wasserglas

Wasserglas läuft über

Staatlich Fachingen oder Ensinger Sport etwa haben tatsächlich einen hohe Mineralstoffgehalt. Da kommt Leitungswasser nicht mit. Obwohl auch Leitungswasser Mineralstoffe enthalten kann. Im Bereich der Kalkmulden in der Eifel und im Oberrheingraben zum Beispiel haben die Quellen fürs Leitungswasser in der Regel höhere Anteile an Calcium und Hydrogencarbonat.

Welche Mineralstoffe genau das Leitungswasser enthält, das weiß der Wasserversorger vor Ort. Aber selbst mineralstoffreiche Wässer decken normalerweise nur einen Teil unseres Bedarfs. Wenn wir gut mit Mineralstoffen versorgt sein wollen, dann müssen wir vor allem auf eine ausgewogene Ernährung achten.

Online: Lutz Heyser und Elke Harter