STAND
AUTOR/IN
REDAKTEUR/IN

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hat kritisiert, dass der Mindestlohn in Deutschland im EU-Vergleich zu niedrig sei. In den meisten EU-Staaten liege der Mindestlohn bei rund der Hälfte des Durchschnittslohns, in Deutschland immer noch darunter.

Der deutsche Mindestlohn liegt immer noch bei 9,35 Euro die Stunde - während er in vier EU-Ländern schon deutlich über 10 Euro liegt und in Luxemburg sogar bei 12,38 Euro. Deutschlands Mindestlohn sei im EU-Vergleich immer noch relativ niedrig, findet die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung mit Verweis auf Daten ihres wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Instituts WSI.

Demnach beträgt der Mindestlohn in 21 EU-Staaten plus Großbritannien etwa die Hälfte des Durchschnittslohnes, in Deutschland sind es dagegen lediglich 46 Prozent. Dieser Wert sei stetig zurückgegangen, seit der Mindestlohn in Deutschland 2015 eingeführt wurde, schreiben die Wirtschaftsforscher in einer aktuellen Studie.

Nach Kaufkraft auf Platz 4

Insgesamt landet Deutschland darin auf Platz 6, gemeinsam mit Großbritannien, wo die Mindestlöhne im April planmäßig angehoben werden. Wenn man aber die Kaufkraft in den EU-Ländern zu Grunde legt, sieht die Bilanz anders aus: Dann steht Deutschland auf Platz 4.

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung erhalten allerdings Millionen Arbeitnehmer nicht den ihnen zustehenden Mindestlohn.

Nach Ansicht der Wirtschaftsforscher sollte Deutschland dennoch anstreben, die Mindestlöhne zu erhöhen. Denn die Untergrenze für ein existenzsicherndes Einkommen liege bei etwa 60 Prozent des Durchschnittslohns. Das erreichen in der EU bislang allerdings nur zwei Länder: Frankreich und Portugal.

STAND
AUTOR/IN
REDAKTEUR/IN