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Die milden Temperaturen in diesem Winter sind problematisch für die Landwirtschaft. Bauernpräsident Rukwied erklärt im SWR, warum Frost im Winter wichtig ist und wie sich die Landwirte jetzt schon an die Klimaveränderungen anpassen.

"Die hohen Temperaturen im Januar bereiten uns Sorge.", sagt Joachim Rukwied, der Präsident des Deutschen Bauernverbands. Noch hofft er allerdings für die zweite Januarhälfte und den Februar auf winterliches Wetter.

Warum ist Frost wichtig?

Im Gespräch mit dem SWR erklärt Bauernpräsident Rukwied, warum Frost im Winter für die Landwirtschaft in Deutschland grundsätzlich wichtig ist:

  • Frost sprengt den Boden und verbessert dadurch die Struktur. Das ermöglicht bessere Wasserversorgung und besseres Wurzelwachstum der Pflanzen.
  • Viele Landwirte verwenden so genannte Zwischenfrüchte, die im Winter gefrieren sollen und dann in den Boden eingearbeitet werden.
  • Im Obst- und Weinbau sorgt eine Winterruhe mit Frost dafür, dass die Pflanzen sich auf die Vegetationsphase vorbereiten und nicht zu früh austreiben.

Nicht nur milde Winter sind problematisch

Sorgen bereiten den Bauern nicht nur die grundsätzlich steigenden Temperaturen, auch die häufigeren Extremwetterlagen, so Rukwied. Die geringeren Temperaturunterschiede zwischen dem Äquator und den Polen führen dazu, dass Hochdruck- oder Tiefdruck-Wetterlagen sich länger halten. Deshalb seien die Phasen von trocken-heißem oder feucht-warmem Wetter auch länger.

Bauern haben sich schon angepasst

Grundsätzlich hätten sich die deutschen Landwirte schon auf die Klima- und Wetterveränderungen reagiert, erklärt Rukwied. Die Anbausysteme seien bereits angepasst. Der Pflug werde seltener eingesetzt, Wasser werde gespart, und widerstandsfähigere Pflanzen angebaut.

"Wir müssen weitere Anstrengungen unternehmen, damit wir noch widerstandsfähiger werden gegen diese Witterungsextreme."

Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands

Steuerfreie Risikorücklagen

Gegenüber der Politik wiederholt Rukwied die Forderung nach einer steuerfreien Risikorücklage, damit Bauern in guten Jahren Geld beiseite legen können, das sie dann in schlechten Jahren einsetzen können.

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