Bitte warten...

Milchbauern ratlos Faire Milch läuft nicht

Es ist ein Drama ohne Ende - Milchbauern kämpfen um ihre Existenz, doch die "faire Milch", die den Erzeugern kostendeckende Preise bezahlt, kann sich in Deutschland nicht durchsetzen.

Milchkuh nah und Milchglas

Faire Milch - zu teuer für die Verbraucher?

Autorin: Elke Klingenschmitt, SWR Redaktion Umwelt und Ernährung

Die Handelsketten sind schuld daran, dass es in Deutschland so wenig fair gehandelte Milch gibt. Das sagt jedenfalls Michael Braun, einer der 71 Milcherzeuger, die für das Label "Die faire Milch" produzieren. Die Marke mit der schwarz-rot-gelben Kuh sucht man tatsächlich in Supermärkten in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg fast vergeblich.

Plastikkuh in Deutschlandfarben angemalt mit der Aufschrift "Die faire Milch", daneben Arbeitsschuhe und Gummistiefel, dahinter stehen Menschen

Faire Milch - nur so können Milcherzeuger überleben

Faire Milch gibt es noch unter anderen Eigenmarken in Deutschland und immer ist sie hocherhitzt. Tegut bezieht zum Beispiel seine fair gehandelte H-Milch von 14 Betrieben in Hessen.

Die Discounter Netto und Plus bieten H-Milch mit dem Siegel "Ein Herz für Erzeuger" an. Damit versprechen sie den Kunden, dass die Bauern faire Preise bekommen. In Bayern gibt es die "Sternenfair-H-Milch".

Welche Kriterien gelten für faire Milch?

Es ist ein ganzer Etiketten-Dschungel, den man beim Einkaufen nicht so schnell durchblickt:

Kühe fressen

In der Tiermast müssen Bio-Betriebe von vielen Futterzusätzen Abstand nehmen

Welche Qualitätskriterien werden auf den Höfen für faire Milch gefordert? Darf zum Beispiel das Futter aus Übersee sein? Wie sieht es aus mit Gentechnik und Kraftfutter?

Und die wichtigste Frage: Wie viel bekommen die Erzeuger für ihre Milch? Denn das schwankt je nach Label von 45 Cent pro Liter bis zu 10 Cent Aufschlag auf den normalen niedrigen Milchpreis. Transparent ist das nicht für die Kunden.

Nur noch eine Molkerei füllt faire Milch ab

Als das Konzept der fairen Milch geboren wurde, zogen in den Anfängen noch wesentlich mehr Milchbauern an einem Strang. Dann haben auch sie sich zerstritten. Nun füllt de facto nur noch eine Molkerei im hessischen Schlüchtern fair gehandelte Milch ab. Allerdings: Für einen Liter H-Milch 1,35 Euro im Laden zu bezahlen, das verlangt eine große Motivation beim Kunden, den fairen Handel zu unterstützen.

Vielleicht ist das auch der wahre Grund, warum sich die faire Milch nicht so gut verkauft, wie es sich die Erzeuger erhoffen.