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Die Bundesregierung sollte mehr tun, damit Mieter mit den Folgen der
Corona-Krise fertig werden. Das empfiehlt der Sachverständigenrat für
Verbraucherfragen, der die Regierung berät.

Viele Menschen haben im Moment wegen Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit weniger Einkommen. Sie könnten Probleme bei der Zahlung von Miete, Strom- und Heizkosten bekommen. Die Berater der Bundesregierung rechnen damit, dass die beschlossenen Maßnahmen zum Schutz von Mietern nicht genügen werden. In der Studie heißt es, ihre finanzielle Situation müsse weit über das Ende der aktuellen Krise hinaus im Blick bleiben.

Probleme schon bei 100 Euro weniger im Monat

Mieter ohne Rücklagen können laut Studie im Schnitt schon bei 100 Euro weniger im Monat ihre Kosten für Miete, Strom und Heizung nicht mehr voll stemmen. Mieter mit finanziellen Rücklagen seien überlastet, wenn sie 400 Euro weniger verdienten.

Bei Eigentümern beginne die Überlastung bei einem Verlust von 450 Euro im Monat. Wie viele Haushalte das in der Corona-Krise genau betreffen werde, sei noch nicht absehbar. Zuletzt hatte der Bundestag beschlossen, dass Mietern, die wegen der Corona-Pandemie ihre Miete nicht zahlen können, bis Ende Juni nicht gekündigt werden darf. Zinsen für Immobiliendarlehen können in dieser Zeit zudem gestundet werden.

Mieterbund: Regelung muss verlänget werden

Der Deutsche Mieterbund fordert, diese für drei Monate geltende Regelung um drei weitere Monate zu verlängern. Vorstandsmitglied Rolf Gaßmann sagte im SWR, viele Mieter, etwa in Stuttgart, hätten bisher offenbar ihre Ersparnisse eingesetzt, um die Miete weiter zu zahlen.

"Wir befürchten, dass erst in den nächsten Monaten, wenn der Notgroschen der Menschen aufgebraucht ist, sie anderweitig Hilfe benötigen und ihre Miete nicht mehr bezahlen können. Deswegen sagen wir: Diese drei Monate sind vermutlich zu kurz gegriffen."

Rolf Gaßmann vom Mieterbund

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