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Abstand halten, Mundschutz im Bus - bei manchem hat der Corona-Frust längst eingesetzt. Dennoch seien Grundregeln weiter wichtig, sagt Kanzlerin Merkel nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der östlichen Bundesländer. Nicht zuletzt aus Rücksicht auf andere: "Ich leb' ja nicht alleine."

Angesichts immer neuer Lockerungsdebatten hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ein gemeinsames Vorgehen von Bund und Ländern in der Corona-Krise angemahnt. "Ich bin sehr einverstanden, dass jeder im Rahmen seiner Zuständigkeiten arbeitet", sagte sie nach einer Videokonferenz mit den Regierungschefs der östlichen Bundesländer.

"Das heißt aber auch, dass mir als Bundeskanzlerin und der ganzen Bundesregierung schon wichtig ist, dass wir in grundsätzlichen Fragen eine Übereinstimmung haben."

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Wichtig sei, dass ein gemeinsamer Schutzrahmen, auf den sich Bund und Länder geeinigt hatten, eingehalten wird. Das wiederholte Merkel wie bereits häufiger in der jüngeren Vergangenheit. Dazu gehört der Mindestabstand von anderthalb Metern zueinander, Mund-Nasen-Bedeckung in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Außerdem wichtig sei die Grenze von 50 - oder in manchen Ländern 35 - Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche, ab der ein Notmechanismus greifen soll. Erst am Dienstag hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, dass diese Regeln bis zum 29. Juni weiter gelten sollen.

Merkel kritisiert Ramelow - wenn auch nicht offensiv

Kritik ließ Merkel am Vorgehen von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) durchblicken, der in den vergangenen Tagen für eine neue, weniger restriktive Strategie geworben hatte.

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) rief dazu auf, Vorkehrungen wie das Abstandsgebot aus Rücksicht auf andere weiter einzuhalten. Es besorge ihn, dass manche Menschen offenbar für sich entschieden hätten, wie sie mit der Pandemie umgehen wollten, ohne die Auswirkungen auf andere zu bedenken

"Wir leben immer noch am Anfang der Pandemie"

Merkel unterstrich: "Wir leben immer noch am Anfang der Pandemie. Wir haben keinen Impfstoff, wir haben kein Medikament bis jetzt. Aber wir haben eine bessere Kontrolle gewonnen." Dafür sei sie den Bürgern dankbar.

Die Zahl der Neuinfektionen ist trotz weitreichender Lockerungen in Deutschland bislang niedrig geblieben. Pro Tag werden momentan einige Hundert neue Infektionen gemeldet. Anfang April waren es noch mehrere Tausend pro Tag. Die Zahl der registrierten Infektionen liegt inzwischen bei rund 180.000.

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