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Bundeskanzlerin Merkel hat auf der Bundespressekonferenz eindringlich vor den Gefahren durch mutierende Coronaviren gewarnt. Es gelte eine "noch schlimmere dritte Welle" zu verhindern.

Die Pandemie liefere derzeit ein gespaltenes Bild in Deutschland, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der Bundespressekonferenz in Berlin. Zum einen würden die Infektions- und Patienten-Zahlen fallen, zum anderen drohe jedoch die Gefahr durch Mutationen des Virus, wie sie vor allem in Großbritannien und Irland bisher aufgetreten seien.

"Alles dient dem Ziel, die Pandemie in den Griff zu bekommen und schließlich zu überwinden."

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Ziel der Corona-Maßnahmen: Krankenhäuser entlasten

Merkel betonte, dass die am Dienstag zwischen Bund und Ländern getroffenen Vereinbarungen vor allem der Vorsorge dienten, um die Zahlen der Neuinfektionen deutlich zu senken. Das Ziel sei es, die Krankenhäuser zu entlasten. Wenn diese nicht überlastet seien, helfe dies allen Bereichen - der Kultur, der Wirtschaft, der Bildung und der Gesellschaft.

Man befinde sich aber in einer "besonders schwierigen Phase". Merkel hob die Erfolge durch die bereits entwickelten Impfstoffe hervor. Gleichzeitig gebe es "erschreckend hohe Todeszahlen". Das seien nicht einfach nur Zahlen, sondern dahinter stünden "Menschen, die einsam gestorben sind".

"Mir bricht das Herz, wenn ich sehe, wie viele Menschen in Einsamkeit in Alters- und Pflegeheimen gestorben sind."

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Beratungen der EU-Staats- und Regierungschefs

"Wir dürfen nicht warten, bis die Gefahr bei uns auch greifbarer wird, sich dann also in den täglichen Infektionszahlen niederschlägt", sagte Merkel über die Gefahr durch Coronavirus-Mutationen.

Merkel wies daraufhin, dass dies auch im Mittelpunkt der Gespräche am Abend auf europäischer Ebene stehen werden. Dann beraten die EU-Staats- und Regierungschef noch einmal über ein gemeinsames europäisches Vorgehen gegen die Pandemie, beispielsweise bei den Corona-Impfungen.

Schulen und Kitas zuerst wieder öffnen

Auf die Frage nach möglichen Lockerungsstrategien sagte Merkel, Schulen und Kitas hätten Priorität. Das sei politisch völlig unumstritten. "Wir dürfen aber nicht den Fehler machen, zu früh und zu viel zu öffnen". Das hätten die Erfahrungen aus anderen Ländern gezeigt.

Was nach den Schulen geöffnet werden könne, müsse man sehen. "Aus praktischen Gründen müssten es wohl die Friseure sein", sagte Merkel. Sie denke vor allem an den Einzelhandel. Aber: "Wir müssen schauen, was für Auswirkungen die Lockerung haben."

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