Zwei S-Klassen stehen in der End-of-Line-Station hintereinander, so dass zwei Mercedes-Sterne zu sehen sind. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Defekte Pumpe in weltweit 850.000 Fahrzeugen

Mercedes-Rückruf: Bis zur Reparatur Auto möglichst wenig fahren

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Lutz Heyser
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SWR-Wirtschaftsredakteurin Petra Thiele (Foto: Dirk Bannert)

Daimler muss wegen einer defekten Pumpe 240.000 Autos in Deutschland zurückrufen. Allerdings könnten sich die Reparaturen verzögern, so der Autobauer gegenüber dem SWR.

Weltweit sind bei rund 850.000 Fahrzeugen vermutlich defekte Kühlmittelpumpen eingebaut worden - und zwar von Januar 2017 bis Oktober 2021 in Mercedes-Modellen von der C- bis zur G-Klasse. Im November fiel dem Unternehmen dann der Fehler auf. Seitdem läuft der Rückruf per Anschreiben an die Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter. Dort heißt es: "Sollten elektrische Umschaltventile mit Kühlmittel beaufschlagt werden, kann unter anderem über einen gewissen Zeitraum in Einzelfällen aufgrund einer elektrochemischen Reaktion ein kontinuierliches Ansteigen der Bauteiltemperatur nicht vollständig ausgeschlossen werden". Im schlimmsten Fall könne das Auto wohl sogar Feuer fangen, sagt Mercedes in seinem Rückrufschreiben.

"In der Zwischenzeit sollte das vom Rückruf betroffene Fahrzeug besonders umsichtig gefahren werden und die Nutzung auf das erforderliche Minimum beschränkt werden."

Reparatur verzögert sich

Da aktuell noch Ersatzteile fehlten, verzögere sich die Reparatur. Die Pumpen seien aber jetzt im "Zulauf", also unterwegs, so ein Mercedes-Sprecher gegenüber dem SWR. Der erste Schwung an Reparaturen sei nun für Mitte/Ende Januar geplant. Solange die Pumpen noch nicht da sind, gibt es noch keine Werkstatttermine für Betroffene. Die Reparatur solle dann aber schnell gehen, erklärte der Unternehmenssprecher. Der vorgesehene Werkstatt-Aufenthalt für das Software-Update sowie der Tausch des elektrischen Umschaltventils soll etwa eine Stunde in Anspruch nehmen.

ADAC: Hersteller muss nur warnen

Der ADAC weist darauf hin, dass die rund 250.000 betroffenen Mercedes-Fahrer in Deutschland keinen Anspruch auf weitere Entschädigung haben. Denn selbst bei sicherheitsrelevanten Produktfehlern bestehe nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kein Anspruch auf die Kosten für Umrüstung oder Reparatur. Auch ein Ersatzfahrzeug müsse den betroffenen Fahrzeughaltern demnach nicht gestellt werden, so der ADAC auf SWR-Anfrage. Vielmehr habe Mercedes mit seinem Rückrufschreiben an die Mercedes-Fahrer seinen Pflichten genüge getan.

Die Rückrufaktion ist beim Kraftfahrt-Bundesamt unter dem Rückrufcode 2090008 zu finden. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat allein in Deutschland 239.832 Fahrzeuge der C-Klasse, E-Klasse, G-Klasse, S-Klasse, CLS, GLC, GLE und GLS zurückgerufen.

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