Zündvorrichtung einer in Betrieb befindlichen Gastherme in Stuttgart (Archivbild) (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Norbert Försterling)

Wegen Zusatzbelastung durch Gasumlage

Regierung senkt Mehrwertsteuer auf Gas - Familien sparen ab Oktober rund 430 Euro

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AUTOR/IN
Lutz Heyser
Jutta Kaiser

Ursprünglich wollte die Bundesregierung die Mehrwertsteuer auf die Gasumlage streichen. Das war nach EU-Recht nicht möglich. Wir erklären die Lösung.

Die Bundesregierung senkt für einen begrenzten Zeitraum die Mehrwertsteuer auf Gas von bisher 19 auf sieben Prozent – ab Oktober 2022 bis Ende März 2024. Kanzler Olaf Scholz sagte am Donnerstag, Gaskunden würden dadurch insgesamt deutlich stärker entlastet als sie durch die staatliche Gasumlage ab Oktober belastet würden.

Musterhaushalt einer Familie spart ab Oktober rund 430 Euro

Das Vergleichsportal Verivox hat ausgerechnet, was die Mehrwertsteuersenkung auf Gas für eine Familie in einem Musterhaushalt bedeuten wird:

Das Portal geht von einem Verbrauch von rund 20.000 Kilowattstunden Gas aus. Aktuell würde die Musterfamilie im Jahr 3.717 Euro für Gas bezahlen.

Diese Familie hätte bei einem regulären Mehrwertsteuersatz auf die Gasumlage 576 Euro zusätzlich zu ihren Gaskosten zahlen müssen. Dieser Betrag sinkt um 58 Euro.

Allerdings wird die Mehrsteuer ab Oktober nicht nur für die Umlage, sondern für Gas insgesamt gesenkt, was eine weitere Ersparnis von etwa 375 Euro ergibt. Insgesamt wird der Musterhaushalt demnach um 433 Euro entlastet.

Bundesregierung änderte ursprüngliche Pläne

Ab Oktober müssen alle Gasnutzer, ob Privatleute oder Unternehmen, die Gasumlage zahlen - zunächst etwa 2,4 Cent pro Kilowattstunde. Auf die Umlage fällt zudem Mehrwertsteuer an.

Die Bundesregierung wollte verhindern, dass der Staat an der Umlage mitverdient. Nach europäischem Recht ist es aber nicht vorgesehen, auf die Mehrwertsteuer zu verzichten. Die Bundesregierung habe allerdings die Möglichkeit, die geltende Mehrwertsteuer auf den EU-Mindestsatz von fünf Prozent zu senken.

Die Ampel-Koalition will stattdessen auf Gas insgesamt den ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent anwenden. In Deutschland gilt ansonsten in der Regel ein Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent.

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