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Olaf Scholz macht müde, Saskia Esken Angst. Keine Frage: Die SPD hat ein Imageproblem. Unsere Autorin Constance Schirra, bietet sich als Beraterin an.

Sind die mir doch glatt zuvorgekommen. Blöde "Bild"! Den Job wollte ich, die Wahlkampfberatung für Armin Laschet, den CDU-Kanzlerkandidaten. Ist er doch noch? Oder nicht? Hat jetzt eine ehemalige "Bild"-Chefredakteurin übernommen.

Die Kolumne von Constance Schirra können Sie hier auch als Audio hören:

Nehm‘ ich halt die SPD. Eigentlich auch reizvoller, große Herausforderung. Weil… 8,4 Prozent! In Sachsen-Anhalt haben zuletzt 8,4 Prozent der Wählerinnen und Wähler die SPD gewählt. Das entspricht ungefähr der Anzahl der staatlich anerkannten friesischen Minderheit in Deutschland plus ein paar von der dänischen, also: Echt nicht viele. Das-ist-ungerecht!

Ruhm und Ehre

Ich möchte der SPD zu Ruhm und Ehre bei der Bundestagswahl verhelfen. Ich möchte deshalb an dieser Stelle eine Blindbewerbung senden an die Parteizentrale der SPD, Willy-Brandt-Haus, 10963 Berlin. Sehr geehrte Damen und Herren, möchte ich sagen, ich bin Ihre Frau fürs Image. Es gibt da nämlich eine Analyse, die sagt: Die SPD hat in der Großen Koalition mehr für die Menschen erreicht als die Union. Und trotzdem kommt sie nicht zu Potte. 8,4 Prozent! Das liegt am Image. Denn es ist doch so, liebes Willy-Brandt-Haus: Der Mensch wählt nicht Inhalte, sondern Politiker hinter Inhalten. Und das heißt für Imageberater: Es geht nicht darum, WAS er oder sie tut, sondern WIE sie es tut, oder er halt.

Nehmen wir mal die CDU. Jens Spahn zum Beispiel: Verbreitet Chaos, ist aber sowas von fröööhhhlich. Armin Laschet, macht nix, grinst aber immer dabei. Und: Julia Klöckner, macht viel Mist, ist und bleibt aber die Weinkönigin der Herzen. Ein Traum für jeden PR-Profi!

So und jetzt die SPD:  Jaaa, schooon, hat viel erreicht, aaaber: Kaum sehe ich Olaf Scholz, fühl ich mich irgendwie so depressiv. Ich sehe Saskia Esken und denke: Tu mir nix, bittebitte. Ich sehe Walter-Borjans und... ne, das stimmt nicht, den seh‘ ich nicht mal. Da muss doch jemand her, der die ein bisschen aufpeppt! Ich, sehr geehrtes Willy-Brandt-Haus! Ich mache Lach-Yoga mit Olaf, übe den sanften Blick mit Saskia. Und Lars Klingbeil, eurem Generalsekretär, erkläre ich den Unterschied zwischen Quantität und Qualität von Worten.

Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken braucht eine neue Brille und einen anderen Friseur, meint Constance Schirra (Foto: Imago, IMAGO / Metodi Popow)
Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken braucht eine neue Brille und einen anderen Friseur, meint Constance Schirra Imago IMAGO / Metodi Popow

Als nächstes würde ich mich dann an das Outfit machen. Da orientiere ich mich vielleicht mehr an den Grünen... Frau Esken kriegt eine neue Brille, leihweise meinen Friseur und einen bunten Schal von Claudia Roth. Die Grünen versprühen... hach..."fröhliche Lebensbuntheit und famose Kinder und ewige Gesundheit", täte Tucholsky sagen.

Ich sah eine Grüne in Sachsen-Anhalt, die trug ein gepunktetes Kleid. Eine Blume zierte ihr Haar und ein Vogel-Tattoo ihr Schlüsselbein zart. Eine Blume in Olaf Scholz' Haar? Ich bin nicht sicher. Aber ich bin sicher: Die Richtung stimmt: Genossinnen und Genossen, wenn ihr zahlenmäßig mehr Menschen begeistern wollt als friesische Minderheiten - seid leidenschaftlich, lebendig, guter Laune!  Alles klar, Willy-Brandt-Haus? Interesse? Also meine Nummer ist 0153356886785653636439362849143492548125…

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