Eine Hand im Handschuh hält einen Halbleiter. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Matthias Hiekel)

Fehlende Teile wegen Lieferproblemen

Daimler in Rastatt: Mangel an Computerchips bremst die Produktion

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VW, Conti, Bosch und jetzt auch Daimler: Die Konzerne in der Autoindustrie haben momentan massive Produktionsprobleme. Der Grund: Weltweite Lieferengpässe bei Computerchips.

Mangel an Computerchips - Bei Volkswagen können deshalb in diesem Jahr 100.000 Autos möglicherweise nicht gebaut werden. Auch bei Daimler in Rastatt ist deshalb ab Freitag Kurzarbeit angesagt.

Coronakrise sorgt für Mangel an Computerchips

Die Coronakrise und die generell stark gestiegene Nachfrage der Industrie machen Halbleiter zur Mangelware. Etwa in der Autoindustrie hatte es wegen der Pandemie im vergangenen Jahr einen Produktionsstopp gegeben, dann zog die Nachfrage überraschend stark an, unter anderem, weil sich die Wirtschaft in China schneller erholte als gedacht.

Später gab es auch weltweit eine sprunghafte Nachfrage nach Halbleitern - auch weil die Chip-Industrie überrannt wurde durch die Nachfrage aus der Unterhaltungs- und Computerindustrie. Wegen der vielen Menschen im Homeoffice waren beispielsweise Laptops massenweise gefragt, aber auch Spiele-Konsolen. Eine überraschend große Nachfrage aus vielen Bereichen der Wirtschaft hat die Halbleiter-Produzenten im vergangenen Jahr geradezu überschwemmt.

Nachfrage nach Halbleitern trifft Autoindustrie wohl am stärksten

Am härtesten scheint der Mangel die Autoindustrie zu treffen. Nach Aussagen eines hochrangigen Managers gegenüber der Financial Times zu Beginn des Jahres hängt das damit zusammen, dass die Autoindustrie weniger für die Halbleiter bezahlen will. Deshalb stehen die Order der Autobranche offenbar hinten an.

Autoindustrie und Halbleiter-Hersteller schieben die Verantwortung hin und her. Die Autoindustrie wirft den Chipherstellern vor, zu wenig Kapazitäten eingeplant zu haben und deshalb jetzt nicht liefern zu können. Die Halbleiterindustrie dagegen  sagt, die Auto-Hersteller hätten die hohe Nachfrage nicht erwartet und deshalb zu spät bestellt.

Längere Lieferzeiten für Autos

Autokäufer sollten sich auf längere Lieferzeiten einstellen. Bei Volkswagen beispielsweise werden im ersten Quartal nach Konzernangaben wegen des Halbleitermangels wohl 100.000 Autos weniger produziert.

Von Daimler heißt es, es sei noch zu früh für eine Einschätzung mit Blick auf Lieferverzögerungen. Man beobachte die Lage. Derzeit habe der Halbleitermangel keinen Einfluss auf den geplanten Anlauf der Produktion des neuen elektrischen EQA und den Bau weiterer E-Modelle des Konzerns.

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