STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG

Lufthansa meldet ein Rekordminus von 1,5 Milliarden Euro für das zweite Quartal. Ohne betriebsbedingte Kündigungen - auch in Deutschland - sei die Airline nicht zu retten, heißt es.

Die negativen Zahlen für das zweite Quartal bei der Lufthansa waren erwartet worden. Eine Trendwende ist nicht absehbar, denn momentan wollen die meisten Deutschen bedingt durch die Corona-Pandemie weder privat noch beruflich fliegen. Wer jetzt doch fliegen will oder muss, hat oft ein ungutes Gefühl dabei.

Einbruch bei Urlaubs- und Geschäftsreisen in der Corona-Krise

Die Bilder von Urlaubern mit Masken am Pool wecken kaum Lust aufs Kofferpacken. Selbst wenn jetzt die Reisewarnung für vier türkische Urlaubsregionen aufgehoben worden ist, weiß man als Urlauber nicht, wie der Corona-Test beim Abflug aussieht. Und wer will schon im Ausland in Quarantäne bleiben. Alle Top-Rabattangebote der Fluggesellschaften nutzen nichts: Die Ängste bei den Urlaubern sind groß - und sie sind auch berechtigt.

Audio herunterladen (6,2 MB | MP3)

Sparmaßnahmen: Neue Kommunikation Lufthansa und Gewerkschaften

Lufthansa plant drastische Sparmaßnahmen: Mindestens 100 Flugzeuge und 22.000 Stellen weniger. Konzern-Chef Spohr warnt die Beschäftigten jetzt: Ohne betriebsbedingte Kündigungen wird es nicht gehen. An die Adresse der Gewerkschaften gerichtet ist Spohrs Appell, die Verhandlungsmechanismen der Vergangenheit würden nicht mehr passen.

Die Verhandlungen zwischen Lufthansa und ihren drei Gewerkschaften waren bereits in guten Zeiten schwierig - jetzt ist die Situation aber eine neue: Die Lufthansa ist wirtschaftlich am Boden. Trotzdem verlangen und bieten die Gewerkschaften wieder dasselbe an wie früher: Sie fordern weiterhin Kündigungschutz und bieten dafür Gehaltsverzicht, Teilzeitregeln und Vorruhestand. Das reiche jetzt nicht mehr. Die Gewerkschaften müssten neu denken, fordert die Unternehmensleitung.

Verdi: Ja zur Umstrukturierung, nein zu betriebsbedingten Kündigungen

Verdi will sich darauf nicht einlassen. "Wir werden betriebsbedingte Kündigungen nicht mitmachen", sagte die zuständige Verdi-Gruppenleiterin Mira Neumaier im SWR. Der Personalabbau müsse sozialverträglich erfolgen. Es könne nicht sein, dass Beschäftigte ihren eigenen Arbeitsplatz subventionierten und dann in Unsicherheit darüber gelassen würden, ob sie die Kündigung erhalten oder nicht, so die Gewerkschafterin.

Staatshilfen für die Lufthansa: Der Bund muss für die Rettung aufstocken

Konzernchef Spohr rechnet erst 2024 mit einer Erholung des weltweiten Flugverkehrs. Die Lufthansa bekommt für ihre Rettung rund neun Milliarden Euro Staatshilfen. Diese Summe wird wohl nicht reichen, um die Fluggesellschaft zu retten. Der Staat wird demnächst noch einige Milliarden mehr geben müssen. Das war im Grunde auch schon vor dem Einstieg des Bundes bei der Lufthansa klar.

Es ist aber der Wunsch der deutschen Politik, eine deutsche Fluggesellschaft zu haben - aus verkehrspolitischen, strategischen, aber auch aus Image-Gründen. Deutschland braucht als große exportabhängige Wirtschaftsnation eine eigene internationale Fluggesellschaft. Und diese Fluggesellschaft wird uns alle in den nächsten Jahren noch viel Geld kosten - ob wir fliegen oder nicht.

Mehr zu Lufthansa und Corona

Corona-Krise: Updates, Zahlen und Informationen Corona-Blog vom 15. bis 28. September

Der Bund will die Obergrenze für private Feiern absenken. TUI will trotz Reisewarnung Kanaren anfliegen. Alle wichtigen Entwicklungen zum Coronavirus lesen Sie hier in unserem Live-Blog.  mehr...

Staatshilfen für angeschlagene Airline Lufthansa kann weiterfliegen - Aktionäre stimmen für Rettungspaket

Die Lufthansa-Aktionäre haben dafür gesorgt, dass die Airline weiterfliegen kann. Sie stimmten bei ihrer außerordentlichen Hauptversammlung für das staatliche Rettungspaket.  mehr...

Aus für Gründungsmitglied Lufthansa muss raus aus dem Dax

Der Kurs der Lufthansa-Aktie ist in der Corona-Krise stark eingebrochen. Nun verliert das Traditionsunternehmen seinen Platz im Deutschen Aktienindex. Damit steigt das dritte Dax-Gründungsmitglied innerhalb von zwei Jahren aus der ersten deutschen Börsenliga ab.  mehr...

STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG