Elon Musk, CEO von Tesla und SpaceX, hinter den Silhouetten des Twitter-Logos. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Adrien Fillon)

Kritik am neuen Twitter-Chef Elon Musk

Meinung: Elon, nur gucken, nicht spielen!

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Martin Rupps
Martin Rupps (Foto: SWR, SWR/Kristina Schäfer)

Elon Musk bekommt nach seiner Twitter-Übernahme Kloppe von Politikern und Journalisten. Das Geschrei dieser Berufsempörten kommt zu früh, meint Martin Rupps.

Als Elon Musk im Herbst 2020 in das schwäbische Tübingen kam, galt er als Heilsgestalt. Seine Teslas hatten nicht mehr den Ruf von Spinner-Autos, Brandenburg bekam ein Tesla-Riesenwerk. Heute kann es einsam machen, sich als Fan von Elon Musk zu outen. Der neue Besitzer des Nachrichtendienstes Twitter schmiss tausende Leute raus, hob die Sperrung von Konten auf, sperrte selbst welche. Jetzt ließ er sich als Twitter-Chef abwählen.

Martin Rupps (Foto: SWR, SWR/Kristina Schäfer)
Die Meinung von Martin Rupps

An der Musk-Kloppe vieler Politiker und Journalisten möchte ich mich dennoch nicht beteiligen. Die politische und moralische Abrechnung mit ihm, dem vermeintlich Trump-gleichen Bösewicht, kommt mir zu früh. Der Mann liebt den großen Auftritt. Twitter, sein neues, schönes Medium, ist dafür bestens geeignet. Ich bin auch beruhigt darüber, dass die Politik endlich die Praktiken von Musk, aber auch von Marc Zuckerberg und Co. einzuhegen sucht.

Viele Kontensperrungen aufgehoben

Die in Deutschland dominante Kritik an Elon Musk erscheint mir als Ausdruck einer Doppelmoral. Der Mann möge bitte schön Milliarden in deutsche Werke investieren, aber bei Twitter soll er den Kurs seiner Vorgänger, die tausende Konten sperrten, beibehalten, was seiner eigenen Philosophie widerspricht. Diese Berufsempörten verstehen das Leben offenbar als Wunschkonzert. Sie übersehen, dass es einen Elon Musk nur im Gesamtpaket gibt.

Vielleicht mögen manche Deutsche Elon Musk nicht, weil er ganz anders arbeitet und damit Erfolg hat. Unvorstellbar in einem Land, wo die planerische Vorlaufzeit für eine mickrige Tiny House-Siedlung drei Jahre beträgt.

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