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Krankenhausreform Qualität statt Quantität

Bislang werden Krankenhäuser nach der Menge der Operationen bezahlt. In Zukunft soll aber die medizinische Qualität eine größere Rolle spielen.

Die von Bund und Ländern vorbereitete Krankenhausreform könnte einen deutlichen Zuwachs an Pflegestellen in Kliniken bringen

Die von Bund und Ländern vorbereitete Krankenhausreform könnte einen deutlichen Zuwachs an Pflegestellen in Kliniken bringen

von Alexander Böttner; ARD Hauptstadtstudio

Bundesgesundheitsminister Gröhe (CDU) will, dass die Kliniken bei guter Leistung mehr Geld bekommen, bei schlechter Leistung entsprechend weniger. Er sagt: "Wir wenden pro Jahr für Krankenhausbehandlungen etwa 90 Milliarden Euro auf! Dafür erwarten Patientinnen und Patienten zu Recht gute Qualität." Das Gesetz soll dazu führen, dass sich die Krankenhäuser mehr spezialisieren – also nur noch das tun, was sie am besten können – dann bekämen sie ja auch mehr Geld.

Krankenkassen klagen über zu viele unnötige Operationen

Die Krankenkassen werfen den Krankenhäuser auch vor, dass viele Operationen gar nicht nötig sind. Wenn nicht mehr so stark nach der Anzahl der OPs bezahlt wird, sondern mehr nach Qualität, soll es auch weniger unnötige Operationen geben.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU)

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU)

Mehr Transparenz und Qualitätskontrolle für Patienten

Letztlich soll das Gesetz dafür sorgen, dass der Patient die Krankenhäuser besser vergleichen kann. Wenn es nach dem Gesundheitsministerium geht, genügen am Ende ein paar Klicks im Internet und ich weiß, bei Hüftoperation zum Beispiel hat die Klinik in Stadt X mehr Erfolg als die in Stadt Y.

Weniger Geld für Kliniken mit schlechter Qualität

Wenn ein Krankenhaus oder Abteilung andauernd schlechte Leistungen bringt, soll es sogar geschlossen werden können. Auf die Art soll gefiltert werden – denn in Deutschland steht ohnehin jedes dritte Bett im Krankenhaus leer und viele Krankenhäuser schreiben (teils seit Jahren) rote Zahlen.

"Notaufnahme" steht auf einem Schild an einem Krankenhaus in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen)

"Notaufnahme" steht auf einem Schild an einem Krankenhaus in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen)

Krankenhäuser fürchten mehr (unnötige) Bürokratie

Das Ganze kostet natürlich auch – 1 Milliarde Euro sind geplant. Die eine Hälfte sollen die Länder zahlen, die andere Hälfte die gesetzlichen Krankenversicherung.
Die Krankenhäuser kritisieren das Gesetz – es sei ein Etikettenschwindel. Das Geld würde viel dringender für mehr Personal und Neubauten benötigt. Außerdem bedeute eine Bezahlung nach Qualität mehr Verwaltung und mehr Bürokratie, und damit am Ende wieder einmal weniger Zeit für die Patienten.

Eine Ärztin hält ihr Stethoskop in ihrer Faust

Eine Ärztin hält ihr Stethoskop in ihrer Faust

Online-Fassung: Lutz Heyser & Christine Trück