Eingang einer Gaststätte mit dem Hinweis auf 3G Regel. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Kampf gegen die Pandemie

Vierte Corona-Welle: Kommt 3G-Regel am Arbeitsplatz?

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Katharina Fortenbacher-Jahn, SWR Aktuelle Wirtschaft (Foto: SWR, SWR)
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Tamara Land, SWR Wirtschaftsredaktion (Foto: SWR, SWR)

Die Corona-Inzidenz hat einen neuen Rekordstand erreicht, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung geimpft ist. Müssen wir uns bald auf schärfere Regeln am Arbeitsplatz einstellen?

Wenn es nach dem Willen der künftigen Ampel-Regierung geht, soll die 3G-Regel am Arbeitsplatz kommen: SPD, Grüne und FDP planen angeblich ein Gesetz, in dem für den Arbeitsplatz gelten soll, dass nur Geimpfte, Genesene oder Getestete Zutritt haben. Das Motiv ist klar: Möglichst viele Menschen vor einer Ansteckung durch das Virus zu schützen. Aber lässt sich eine 3G-Pflicht realistisch umsetzen? Und was würde das in der Praxis bedeuten?

Österreich und Italien machen es vor: 3G-Regel bei der Arbeit

Grundsätzlich ist es möglich, die 3G-Regel am Arbeitsplatz einzuführen, das zeigen zum Beispiel Österreich und Italien, wo diese Regel bereits gilt. In Deutschland hat Bayern gerade erst die 3G-Regel eingeführt. Und auf freiwilliger Basis gilt zum Beispiel beim Softwareriesen SAP in Walldorf eine entsprechende Vereinbarung. In der Praxis müssen jedoch etliche Fragen geklärt werden.

Das größte Problem bei einer 3G-Regelung: der Datenschutz

Zu den größten Hindernissen für die 3G-Regel zählt der Datenschutz - und da vor allem die Frage, was Unternehmen über ihre Beschäftigten wissen dürfen. Die Gewerkschaften haben große Bedenken, wenn es um die Offenlegung des Impfstatus geht.

Arbeitgeber wünschen sich das schon lange, weil das die Arbeitsabläufe wesentlich vereinfachen würde. Wenn beispielsweise ein Kunde die 2G-Regel einfordert, muss der Arbeitgeber wissen, wer geimpft ist, um entscheiden zu können, welchen seiner Mitarbeitenden er zum Kunden schickt.

Auch für die Beschäftigten selbst erhöht es das Sicherheitsgefühl am Arbeitsplatz, wenn sie wissen, welche Kollegen geimpft sind. Viele Berufstätige haben selbst kein Problem damit, ihren Impfstatus offenzulegen, wenn sie sich dadurch Tests ersparen können.

Doch dadurch würden dann diejenigen auffallen, die nicht geimpft sind. Dabei kann es dafür triftige Gründe geben - zum Beispiel eine Schwangerschaft. Die Ständige Impfkomission (STIKO) empfiehlt Schwangeren die Impfung erst ab dem vierten Schwangerschaftsmonat. Frauen, die gerade am Anfang einer Schwangerschaft stehen, sind deshalb meist nicht geimpft und möchten den Grund dafür in dieser frühen Phase häufig nicht offenlegen.

Wer soll die Tests für den Arbeitsplatz bezahlen?

Eine Möglichkeit, das Datenschutz-Problem zu umschiffen, wäre, einfach alle Mitarbeitenden im Betrieb zu testen. Doch Tests für alle Beschäftigten würden hohe Kosten verursachen. Es müsste geklärt werden, wer diese Kosten dann trägt: Der Arbeitgeber? Oder der Steuerzahler?

Außerdem wäre zu regeln, wie und wie oft getestet werden muss. Reichen die vergleichsweise günstigen Schnelltests? Oder müssen es die sichereren, aber auch teuren und langsameren PCR-Tests sein?

Zu guter Letzt stellt sich die Frage, wer die 3G-Regel am Arbeitsplatz kontrollieren soll? Denn eine Regelung bringt wenig, wenn man nicht anschließend überprüft, ob sie auch eingehalten wird.

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