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Kommentar zu einer Beschränkung von Bargeld Nur Bares ist Wahres!

Seit dieser Woche geht es um unser Bargeld. Die Bundesregierung will maximal 5.000 Euro in bar gestatten, und die EU erwägt, den 500-Euro-Schein abzuschaffen. Sinnvoll oder Unsinn?

500 Euro Scheine

Bundesregierung und EU wollen Beschränkungen bei Bargeld

Durch diese angedachten Maßnahmen sollen Geldwäsche, Schwarzarbeit und Terrorismus bekämpft werden. SWR-Wirtschaftsredakteurin Tamara Land bezweifelt, dass das auf diese Weise klappt. 

"Otto Normalverbraucher" braucht keinen 500-Euro-Schein

Der 500 Euro-Schein soll weg. Normale Bürger brauchen ihn ohnehin nicht, er ist ein Zahlungsmittel für Geldwäscher, Terroristen und andere zwielichtige Gestalten. So argumentiert die Europäische Zentralbank (EZB). Und wahrscheinlich stimmt das sogar. Doch der Schluss, den die Zentralbank daraus zieht, ist abenteuerlich. Erwartet die EZB tatsächlich, dass Kriminelle ihre Aktivitäten einstellen und sich einen anständigen Job suchen, nur weil es den lila Schein nicht mehr gibt?

Wenn es so einfach wäre, dann dürfte es in den USA längst keine Geldwäsche oder Terrorfinanzierung mehr geben. Denn dort ist die 100-Dollar-Note schon seit über 70 Jahren der größte Geldschein. Kriminelle beeindruckt so etwas nicht, sie suchen sich andere Wege. Die digitale Währung Bitcoins zum Beispiel wird von keiner Zentralbank der Welt kontrolliert und die organisierte Kriminalität hat das längst erkannt.

Aber gut, von mir aus soll die EZB den 500er-Schein einstampfen. Mir wird er nicht fehlen.

Barzahler unter Generalverdacht

Viel problematischer finde ich die Idee einer Obergrenze für Barzahlungen. Denn auch hier stellt sich mir die Frage nach dem Nutzen. Wird ein Schwarzarbeiter dann angemeldet, weil der Chef plötzlich Skrupel hat, mehr als 5.000 Euro unterm Tisch durchzuschieben?

In Italien gibt es seit Jahren eine Obergrenze für Bargeldgeschäfte - hat sich die Mafia etwa davon einschüchtern lassen? Eher nicht.

Eine Obergrenze bringt keinen Nutzen, sie sorgt aber dafür, dass Bargeld in Verruf gerät. Und stellt somit jeden Barzahler unter Generalverdacht. Dabei ist das Bezahlen mit Scheinen und Münzen wichtig für die persönliche Freiheit: Es schützt die Privatsphäre und hilft dabei, die Kontrolle über die eigenen Finanzen zu behalten. Das möchte ich mir nicht nehmen lassen, auch nicht im Namen der Terrorbekämpfung!

Online-Redaktion: Biggi Hoffmann / Christine Härrer