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Um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, haben Bund und Länder beschlossen, den Bewegungsradius von Menschen in Landkreisen mit besonders hohen Inzidenzien auf 15 Kilometer rund um den Wohnort zu begrenzen. Keine gute Idee, meint SWR Hauptstadtkorrespondent Uwe Lueb in seinem Kommentar.

Nur noch 15 Kilometer Bewegungsradius? Das ist meines Erachtens bestenfalls hilflos. Mag sein, dass man damit die Menschen aus dem Schnee bekommt, weil sie dann ja gar nicht mehr hindürften.

Kommt man sich im Schnee so nah?

Aber bei aller gebotenen Vorsicht, die Verbreitung des Coronavirus einzuschätzen: Kommen sich wildfremde Menschen im verschneiten Thüringer Wald, Harz oder Schwarzwald so nahe, dass sie sich reihenweise anstecken? Näher als in Bussen und Bahnen, in denen es keinen natürlichen Winterluftaustausch gibt? Und näher als in Schulen und Kitas, die wir unbedingt offenhalten wollten?

Hieß es nicht vor kurzem noch, auch bei nur wenigen Plusgraden müsse man alle 20 Minuten lüften - und die Kinder, so Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), mögen sich dann mal 'ne Jacke überziehen? Aber zurück zur Ramelow'schen 15-Kilometer-Bannmeile: Bekommen Menschen mit einem weiteren Arbeitsweg dann Passierscheine? Wenn ja, sind sie hoffentlich richtig gemeldet und leben nicht zufällig unangemeldet bei Partnerin oder Partner.

Nicht lustig machen, vielmehr konsequent handeln

Nein, ich will mich nicht lustig machen. Dafür ist Corona zu ernst. Und wenn die Lage so ernst ist, wie Ramelow meint, müssen wir konsequent handeln. Dann müssen zur Not Ausgangssperren verhängt werden, Schulen und Kitas geschlossen bleiben und alle Arbeiten, die nicht überlebenswichtig für andere sind, ruhen.

Dann sind wir vermutlich nach wenigen Wochen bei so wenigen Neuansteckungen, dass Kontakte wieder nachzuverfolgen sind. Aber einfach mal einen 15-Kilometer-Bewegungsradius einzuführen, bringt uns nicht weiter.

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