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Die CDU hat ihren Parteitag verschoben. Friedrich Merz wittert deshalb eine Intrige gegen ihn. Statt davon zu reden, man verschwöre sich gegen ihn, sollte Merz aber besser ernsthaft mit der Krise umgehen, kommentiert SWR-Berlin-Korrespondent Alfred Schmit.

Soll der CDU-Bundesparteitag nun stattfinden oder nicht? Vorsitzkandidat Friedrich Merz findet "Ja" und wirft der Parteispitze wegen der Verschiebung des Wahlparteitags eine Intrige vor. Es laufe die "Aktion 'Merz verhindern'", sagte er der Zeitung "Welt". Auch in anderen Interviews sparte er nicht mit Kritik an der Entscheidung.

Die heftigen Attacken von Merz gegen die Parteispitze sorgen für Wirbel. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak versicherte, der Grund, die Entscheidung über den Parteivorsitz ins neue Jahr zu verschieben, sei die Corona-Infektionslage. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt rief dazu auf, jetzt zu der Entscheidung gemeinsam zu stehen.

Kommentar: Besser ernsthaft mit der Krise umgehen

Auch SWR-Hauptstadtkorrespondent Alfred Schmit kritisiert Friedrich Merz für sein Verhalten. Natürlich sei es keine echte Lösung, den Parteitag zu verschieben. Aber in der aktuellen Situation könne er auch nicht stattfinden. Anstatt davon zu reden, man verschwöre sich gegen ihn, sollte Merz daher besser ernsthaft mit der Krise umgehen und sie nicht für seine persönliche Karriere benutzen, kommentiert Alfred Schmit.

Der Kommentar von Alfred Schmit im Video:

CDU-Parteitag in Stuttgart abgesagt

Der CDU-Bundesvorstand hatte am Montag beschlossen, dass der geplante Präsenzparteitag am 4. Dezember in Stuttgart mit 1.001 Delegierten angesichts der stark steigenden Corona-Infektionszahlen nicht stattfinden kann. Wenn auch Anfang des neuen Jahres kein Präsenzparteitag möglich sei, solle ein digitaler Parteitag abgehalten werden.

Bei fehlender gesetzlicher Grundlage für eine digitale Vorstandswahl, solle es einen digitalen Parteitag mit Vorstellungsrunde und eine anschließende Briefwahl geben. Das könnte eine Verzögerung bis ins Frühjahr hinein mit sich bringen.

Merz hatte daher nach dem Beschluss in mehreren Interviews der Parteiführung massive Vorwürfe gemacht. Teilen der Partei hielt er vor, ihn als CDU-Chef verhindern zu wollen.

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