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KidsVerbraucherAnalyse Kinder lesen und haben viel Geld

88 Prozent aller sechs- bis 13-Jährigen beschäftigen sich pro Woche mindestens einmal mit der Lektüre gedruckter Medien, wie die aktuelle "KidsVerbraucherAnalyse" ergab. Daneben werden Spielkonsolen häufiger von den Eltern als von deren Kindern benutzt.

Bruder und Schwester liegen auf einem Bett und schauen auf einen Tablet-PC.

Auch Kleine sind neugierig auf das Netz - aber nur ausnahmsweise leihen sie sich Geräte der Eltern

Ein Beitrag von Uwe Lueb, SWR Hauptstadtstudio Berlin

Der Geschäftsführer des Egmont Ehapa-Verlags, Firnig, ist gut gelaunt. Das kann er auch sein, denn ein Ergebnis seiner Studie - der KidsVerbraucherAnalyse - hört man bestimmt nicht nur in seinem Verlag gern: Kinder lesen nach wie vor viel - und zwar Gedrucktes.

"Der eine oder andere wird sich sicher noch daran erinnern, dass man vor zehn Jahren gesagt hat, alles wird digital und print ist tot. Das ist definitiv nicht so, Print-Magazine, Print-Bücher werden nach wie vor eine sehr relevante Größenordnung auch in den nächsten Jahren im Kinderzimmer darstellen."

Tatsächlich sagen nach der Studie fast 70 Prozent der 6- bis 13-Jährigen, dass sie in ihrer Freizeit gern Bücher oder Zeitschriften lesen. Allerdings gibt es einen deutlichen Unterschied: bei den Jungen sind es nur 65 Prozent, bei den Mädchen 73 Prozent. Je älter die Kinder werden, desto wichtiger wird aber die digitale Welt für sie - auch zum Spielen. Wobei die Jüngeren bis neun Jahre noch überwiegend ganz klassische Spiele toll finden - Brett- und Kartenspiele etwa. Oder sie probieren sich spielerisch gern aus und gestalten selbst, erläutert Ehapa-Studienleiter Bauer.

"Kinder wollen kreativ sein, die wollen auch etwas schaffen, die wollen etwas sehen, die wollen den anderen etwas zeigen und guck mal, ich habe etwas gemalt oder das habe ich gemacht oder das habe ich gebaut. Das reicht den Menschen generell nicht aus - nur digital."

Kinder lesen Bücher

Auch große Kinder lesen noch gerne

Bei den 10- bis 13-Jährigen ist das Digitale jedoch nicht mehr wegzudenken. Fast alle gehen regelmäßig ins Internet. Die meisten von ihnen haben aber noch keine eigenen Geräte, sondern sie nutzen die Computer der Eltern. Handys oder Smartphones hat fast jedes dritte Schulkind ab sechs Jahren, bei den 10- bis 13-Jährigen sind es dann 80 Prozent. Auf den Geräten spielen sie auch - meistens allerdings kostenlose Online-Spiele. Denn kaufen können sich die meisten Kinder digitale Spiele nicht - naheliegenderweise, sagt Firnig.

"Das ist in der Tat die fehlende Kreditkarte. Wie soll man als Kind sozusagen an digitale Produkte einfach rankommen? Es ist schon nicht so leicht und das ist sicherlich auch eine Barriere, die deswegen natürlich über diesen Weg auch noch mit reinkommt."

Mehrere Geldstücke in einem schwarzen Portemonnaie

Kinder verfügen über großzügiges Taschengeld

Dabei haben die Kinder recht viel Geld. Immerhin bekommen die 6- bis 13-Jährigen durchschnittlich rund 26 Euro Taschengeld im Monat - deutlich mehr, als das Deutsche Jugendinstitut empfiehlt. Und zusammen mit Geldgeschenken sind Kinder vermögend, meint Ehapa-Studienleiter Bauer: "Das meiste Geld geben die Kinder für Süßigkeiten und Lesestoff aus - vor allem Comics und Magazine. Gerade für Letztere könnten sie zur Freude der Auftraggeber der Studie vom Ehapa-Verlag natürlich noch mehr ausgeben. Aber - und das ist die schlechte Nachricht vor allem für die Kinder selbst: Ihr Taschengeld ist in den letzten vier Jahren durchschnittlich nicht gestiegen.

22. KidsVerbraucherAnalyse: Zur Erhebung der Daten hat das Verlagshaus Egmont Ehapa Media in diesem und im vergangenen Jahr jeweils mehr als 3.000 Interviews in deutschsprachigen Haushalten in Auftrag gegeben. 2.494 Befragte waren Kinder und ein Elternteil. Weitere 591 Elterngespräche widmeten sich erstmals auch der Mediennutzung und dem Konsumverhalten von Vorschulkindern ab vier Jahren. Laut der Umfrage bekommen 92 Prozent der Vier- und Fünfjährigen mindestens einmal wöchentlich vorgelesen.

Online: Heidi Keller, Elke Harter