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Laut Wissenschaft gefährden jagende Katzen die Artenvielfalt der Vögel – besonders Streuner. Auch Katzenfutter und -streu belasten die Klimabilanz. Wir haben Tipps für Katzenfreunde.

Man traut es dem Schmusetiger gar nicht zu, wenn er sich auf der Sofadecke räkelt und schnurrt und um Streicheleinheiten bettelt. Aber glaubt man den Wissenschaftlern, sind Katzen eine Bedrohung der Artenvielfalt, und sie sind schlecht fürs Klima. In den USA werden jedes Jahr bis zu drei Milliarden Vögel von Katzen getötet. Das sagt eine ältere Studie, die immer wieder gerne zitiert wird.

Vogelbestände schützen durch Kastration und Sterilisation von Katzen

Katzen sind Jäger – und sie jagen und töten Mäuse, Frösche, Insekten und auch Vögel. In Deutschland sind es bis zu 200 Millionen Vögel pro Jahr, die den Katzen zum Opfer fallen. Es gibt deutsche Wissenschaftler, die sagen, Katzen seien für das Aussterben von verschiedenen Vogelarten verantwortlich.

Der Naturschutzbund Deutschland hält diese Zahlen für reichlich hoch gegriffen und weist darauf hin, dass hauptsächlich die verwilderten Hauskatzen ein Problem darstellten, weil sie nach ihrer täglichen Nahrung jagten und nicht nur ein bisschen zum Zeitvertreib. Rund zwei Millionen solcher Streuner gibt es in Deutschland. Da kann es je nach Katzendichte dazu kommen, dass Vogelbestände geschädigt werden. Naturschützer und der Deutsche Tierschutzbund empfehlen Kastration beziehungsweise Sterilisation – bei den Streunern und auch bei den Hauskatzen, die regelmäßig raus dürfen – damit die Zahl der verwilderten Katzen schnell abnimmt. In Deutschland gibt es bereits über 700 Städte und Gemeinden mit einer Verordnung für die Kastrationspflicht.

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Tierfutter: Feine Katzenmenüs aus der Dose schaden dem Klima

Katzenfutter ist fleischlastig und schädigt daher das Klima – genauso wie zu viel Fleisch auf dem Teller der Menschen. Fleisch muss mit ungeheurem Energieaufwand hergestellt werden. Dafür werden die Tier gemästet, und das Futter für die Tiere muss angebaut werden. Zu viel Fleisch belastet also die Klimabilanz – auch bei Katzen oder Hunden.

Dazu kommen noch die vielen Verpackungen für die verschiedenen Sorten Futter. Auch Katzenstreu muss hergestellt und entsorgt werden – das gibt weitere negative Klimapunkte.

Schweizer Wissenschaftler haben vor kurzem Ökobilanzen bei Haustieren berechnet: Verglichen mit dem Konsum eines Menschen pro Jahr macht die Katze gerade drei Prozent seiner klimaschädigenden Treibhausgas-Emissionen aus. Hunde und Pferde sind schlimmer. Nur der Kanarienvogel im Käfig oder der Goldfisch sind weniger klimaschädigend.

Ein Mann füttert eine Hauskatze. (Foto: Colourbox, Chalabala)
Eine Katze als Haustier belastet das Klima. Chalabala

So können Katzenfreunde die Klimabilanz ihres Haustiers verbessern

Aus einer Katze einen Vegetarier zu machen, ist sehr umstritten. Davon rät der Deutsche Tierschutzbund ab.

  • Bei den Futterverpackungen auf möglichst wenig Plastik achten und beim Katzenstreu schauen, ob sie kompostierbar ist.
  • Man kann das Katzenfutter auch selbst machen – sollte sich dann aber vorher darüber informieren.
  • Was die Vögel angeht, empfehlen die Naturschützer von Mai bis Juli – das sind die Monate mit den meisten Jungvögeln – die Hauskatze morgens erstmal nicht rauszulassen. Dann ist beiden Seiten geholfen. Glöckchen am Halsband, damit Vögel gewarnt sind, was naht – wäre zudem eine Lösung.
  • An Bäumen mit Vogelnest kann man am Stamm einen Schutz montieren, damit die Katze nicht mehr hochklettern kann.

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