Martin Rupps (Foto: SWR, SWR/Kristina Schäfer)

Jede vierte Krankschreibung psychisch bedingt

Meinung: Energiekrise der Seele

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Martin Rupps
Martin Rupps (Foto: SWR, SWR/Kristina Schäfer)

Es ist ein Glück in Deutschland zu leben, aber eine moderne Industriegesellschaft verlangt der Seele viel ab, meint Martin Rupps. Der Staat gibt viel zu wenig Geld für die psychische Gesundheit seiner Bevölkerung.

Fast jede vierte Krankschreibung in Baden-Württemberg ging vergangenes Jahr auf seelische Probleme zurück. Ängste, Depressionen oder Essstörungen haben Rückenschmerzen als Ursache für Fehlzeiten eingeholt. Dies teilten die Barmer-Krankenkasse und die Techniker Krankenkasse mit. Weiter stellten sie fest, dass Frauen früher Hilfe suchen als Männer.

Baden-Württemberg

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Ich bin selbst einmal länger ausgefallen, mich überraschen die Zahlen nicht. Ich glaube sogar, dass die Dunkelziffer viel höher liegt. Es ist in vielerlei Hinsicht ein Glück, in Deutschland zu leben. Ich profitiere jeden Tag ganz wörtlich davon. Aber ich glaube auch, dass eine moderne Industriegesellschaft seinen Mitgliedern viel abverlangt. Zu viel, wenn eine Pandemie hinzukommt oder eine historisch hohe Inflation.

Zeitnahe Psychotherapie? Fehlanzeige!

Es nimmt nicht Wunder, dass im reichen Deutschland wenig Geld da ist für die psychische Gesundheit der Bevölkerung. Versuchen Sie einmal, zeitnah eine psychotherapeutische Behandlung zu bekommen - keine Chance. Für Jugendliche gestaltet sich die Lage noch dramatischer. Hinzu kommt das Knausern der gesetzlichen Krankenkassen, wenn es um die Bewilligung von Heilbehandlungen oder einem psychosomatischen Klinikaufenthalt geht. Eine Rehabilitation alle paar Arbeitsjahre würde viel bewirken.

Auch vor einer nächsten Auszeit würde ich warten, bis es wirklich nicht mehr geht. Und länger für meine Genesung, sprich mehr Krankheitstage, brauchen. Mein Motiv wäre nicht männliche Eitelkeit, sondern weil mich das Gesundheitssystem dazu zwingt.

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