Martin Rupps (Foto: SWR, SWR/Kristina Schäfer)

Jammern über explodierende Preise

Meinung: Luxus, mein Sinn des Lebens

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Martin Rupps
Martin Rupps (Foto: SWR, SWR/Kristina Schäfer)

Das Gros der Deutschen muss auch bei explodierenden Preisen keinen Verzicht üben, meint Martin Rupps. Es bleibt nur weniger Geld für Luxus – Essengehen, Fernseher, Auto - übrig.

Der SWR begleitete eine Mutter, die für ihre Kinder Papier, Stifte und Schulranzen kauft. Sie beklagt im Beitrag die stark gestiegenen Preise – für den Schulstart der drei Kids kommen ein paar hundert Euro zusammen. Mutmaßlich haben viele Zuschauende bzw. Lesende diese Klage geteilt. Ich nicht. Ich finde, für die überwiegende Zahl der Menschen in Deutschland gibt es keinen Grund zum Jammern. Sie müssen nicht Verzicht üben, nur länger auf Luxusartikel warten.

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Bleiben wir beim Schulanfang: Wie wäre es mit gebrauchten Mäppchen und Ranzen? Oder einem Blick in das Verschenk-Portal? Gut möglich, dass die Kinder in der Schule für ihre „alten“ Sachen gehänselt werden. Die Mutter kann sie darauf vorbereiten, ihr Selbstbewusstsein stärken. Die aktuelle Preisexplosion erscheint mir als gute Gelegenheit zum Ausstieg aus dem Marken-Wahn.

Ein gebrauchter Schulranzen tut’s auch

Natürlich, auch in Deutschland steigt die Zahl der Menschen, die jeden Cent umdrehen oder sogar Schulden machen müssen für Dinge des täglichen Bedarfs. Das Gros der Bevölkerung ist und bleibt von diesem Schicksal ausgenommen. Tatsächlich müssen die Allermeisten auf nichts Wichtiges verzichten, sondern können sich weniger Luxus - Essengehen, Klamotten, Fernseher – leisten. Oder den Zweiturlaub streichen. Derlei Dinge können, müssen aber nicht sein.

Als Geflüchteten-Helfer bringe ich ukrainischen Kindern Stifte und Ranzen. Gebrauchte natürlich. Sie freuen sich darüber und fragen nicht, ob sie auch Neuware bekommen können.

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