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ITB Berlin 2014 Gefällt mir! Reisebranche versucht es mit Facebook

"Omnichannel Marketing" schwirrt durch die Hallen der Internationalen Tourismusbörse Berlin: Reiseveranstalter, Hotels und Reisebüros wollen ihre Kunden über möglichst viele Kanäle erreichen. Trotzdem tun sich viele schwer damit, soziale Netzwerke effizient für ihr Marketing zu nutzen.

Die Reisebranche sucht nahen Kontakt zum Kunden

Die Reisebranche sucht nahen Kontakt zum Kunden

Soziale Netzwerke gehören schon seit Jahren standardmäßig zu den Marketinginstrumenten der großen Veranstalter, vor allem natürlich der Platzhirsch Facebook. Trotzdem tun sich viele Unternehmen noch schwer damit, soziale Netzwerke effizient für Marketingzwecke zu nutzen.

Facebook und Reisen gehören zusammen

Vor dem Konferenzsaal drängelt sich ein Pulk von Menschen, sie warten auf Lee McCabe. Der Brite arbeitet für Facebook. Er will auf der ITB die Frage beantworten, wie die Reisebranche das soziale Netzwerk optimal nutzen kann. Einer, der auf diese Antwort wartet, ist Jürgen Göpfert. Göpfert leitet ein Reisebüro in Lörrach und wirbt auch über Facebook. Bislang allerdings mit mäßigem Erfolg: "Es kommt wenig Resonanz von den Leuten. Aber vielleicht machen wir es auch falsch. Deswegen bin ich ja hier, um zu sehen, was man anders machen kann."

Facebook-Startseite auf Bildschirm

facebook empfiehlt sich als Marketinginstrument

Facebook und Reisen gehören zusammen, erklärt Facebook-Mann Lee McCabe seinem Publikum. 42 Prozent der auf Facebook geteilten Inhalte drehten sich um das Thema Reisen. Durch zielgruppengenaue Werbung könne sich die Reisebranche das Netzwerk zunutze machen, verspricht McCabe. "Facebook ist die perfekte Marketing-Plattform. 1,2 Milliarden Nutzer, die wir sehr genau kennen. Als Unternehmen kann man so gezielt potentielle Kunden ansprechen. Wenn man die richtigen Leute auf die richtige Weise anspricht, dann werden sie auch über das Produkt reden."

Nach einer halben Stunde ist der Vortrag vorbei und Reisebüroleiter Jürgen Göpfert etwas enttäuscht: "Es kam nichts raus, von dem ich glaube, dass wir es tatsächlich nutzen können. Ich sehe für uns als mittelständisches Reisebüro nicht viel, wovon wir profitieren können."

Soziale Netzwerke und Bewertungsportale

So wie Göpfert denken viele Unternehmer – sie wollen soziale Netze nutzen, wissen aber nicht so recht wie. Torsten Sabel will ihnen dabei helfen. Seine Firma Customer Alliance unterstützt Hoteliers beim richtigen Umgang mit sozialen Netzwerken und Bewertungsportalen im Internet. Der größte Fehler, den ein Hotel machen kann, sei gar nichts zu tun, sagt Sabel. "Wir sagen immer, lieber erst mal ausprobieren und ein Gefühl für das Medium bekommen. Viele haben Angst vor dem Medium, unbegründeterweise, weil sie denken, sie machen etwas falsch. Wir raten den Hoteliers: aktiv teilnehmen, aktiv die Gäste auffordern, Fotos zu teilen - weil Fotos inspirieren neue Gäste, auch zu reisen."

Trend verpasst?

Doch ist es nicht längst zu spät, um auf den Zug aufzuspringen? Während die Industrie noch überlegt, wie sie Facebook nutzen kann, wenden sich insbesondere Teenager schon verstärkt anderen Netzwerken zu. Diese Gefahr sieht auch Torsten Sabel: "Klar, das ist immer die Sache bei Trends. Wenn man einen Trend verpasst, kommt man zu spät. Wenn man zu früh ist, ist auch nicht so gut. Man muss eben das richtige Timing haben. Ich denke, dass für alle Unternehmen Facebook immer noch ganz wichtig ist. Es wird immer wieder Neuentwicklungen geben. Dann muss man entsprechend reagieren und sehen, wo geht denn die Jugend hin von morgen."